Licht und Kunst ins Dunkel

Wer kennt sie nicht und hasst sie: die düsteren Fußgängerunterführungen zu den U- und S-Bahnhöfen. Der Münchner Künstler Martin Blumöhr hat ein Mittel dagegen und Sponsoren gefunden, um Licht und Kunst ins Dunkel zu bringen.

Am gestrigen Freitag fand endlich die Einweihung seines neuesten Projekts der Reihe „Public Viewing“ in der Untermenzinger Unterführung zur S-Bahn statt. Nach drei Jahren Arbeit erstrahlen 800 qm Betonfläche in bunten Farben und bringen Licht und Kunst ins Dunkel. Wer seine Malweise kennt, die stark an Comics erinnert und wer andere Orte in München schon besucht hat, die er mit seiner Malerei ausgestattet hat, erkennt viele Motive wieder.

Dieses Mal allerdings war die Fläche so riesig, die Röhre zum S-Bahnhof so lang, daß es ihm möglich war, sein ganzes Repertoire an Baumfiguren darzubieten. Wer genau hinschaut, erkennt die jeweils eigene Persönlichkeit eines jeden der dargestellten Bäume. Der Künstler nennt diesen Teil seines Wandgemäldes im glasüberdachten Aufgang zum Bahnhof „Florarium“.

Seine Botschaften sind jedoch auch politisch. Das Soldatendenkmal mit der Aufschrift „Nie wieder“ oder die vollständige Wiedergabe von Artikel 3 Grundgesetz entlang des Aufgangs zum Bahnhof sollen Mahnungen an die Vorübergehenden sein.

Hier noch frühere Blogs über die Arbeiten von Martin Blumöhr: Bunte Kaaba vor dem Bahnhof (2021), Rummelplatz als Atelier (2021), Pax Optima Rerum (2022), Nachahmung empfohlen (2022).

4 Gedanken zu “Licht und Kunst ins Dunkel


    1. Danke. Es gibt inzwischen von Martin Blumöhr eine Reihe von Murals hier in München (s.a. meine Hinweise im Blog). Auch unter Autobahnbrücken. Schau mal auf seiner Homepage nach, ich glaube dort findest du eine Liste. Liebe Grüße Jürgen


  1. Hallo Jürgen, die vermenschlichte Natur ist an sich schon eine Botschaft. Bei uns werden Unterführungen immer wieder von Jugendlichen bemalt. Ich finde es gut, wenn zum Beispiel im Rahmen schulischer Projektarbeit ein Beitrag für die Allgemeinheit geleistet wird.
    Dir noch einen schönen Sonntag Horst


    1. Hallo Horst, ja das trifft besonders auf Martin Blumöhr zu, der schon mehrere solcher Schulprojekte durchgeführt hat. Gute Graffiti-Künstler gibt es schon, meist fehlt es am Geld, um Projekte zu realisieren. Hier in München sponsern die Bezirksausschüsse aktiv solche Projekte. Liebe Grüße Jürgen

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