Kunstnetzwerk

Vor der Theatinerkirche in München schwebt seit einigen Tagen ein buntes Netz, das je nach Sonnenstand in unterschiedlichen Farben leuchtet. Das Netz, genannt „Earthtime“ ist eine Kunstinstallation der Künstlerin Janet Echelmann zur kommenden IAA in München. Unter dem Netz soll der Stand von Mercedes Benz aufgebaut werden. Die Künstlerin will mit ihren Installationen Menschen miteinander und mit der Erde verbinden.

Sperriges Umzugsgut

Umschreibung nennt der Künstler Olafur Eliasson seine unendliche Treppe, eine Doppelhelix aus Stahl. Sie steht noch im Innenhof der Beratungsgesellschaft KPMG in der Schwanthalerhöhe in München. Doch die KPMG zieht ins Werkviertel. Was passiert dann mit der Treppe? Es gibt noch mehr monumentale Kunstwerke des dänichen Künstlers mit isländischen Wurzeln in München.

Eine Trafostation als Kunstobjekt

Als die Münchner Beamten am Ende des 19. Jhd. von der Residenzpflicht befreit wurden, entstand vor den westlichen Toren Münchens eine Gartenstadt, heute bekannt als Villenkolonie I und II. Federführender Architekt, Stadtplaner und Bauunternehmer war damals August Exter (1858 – 1933), von dem auch die Trafostation stammt. Glühbirne war damals in, Gasbeleuchtung out, also mußte ein Trafostation für die elektrische Versorgung der Gartenstadt her.

Münchner Revolutionäre

Nein, nicht der baumumarmende und bienenrettende aktuelle Ministerpräsident ist gemeint, sondern die Revolutionäre der Münchner Räterepublik von 1919. Sie erhielten zum 100. Jahrestag eine moderne Form der Würdigung als Graffiti auf türkis-rosa-orangem Hintergrund. Das haushohe Werk des Künstlers Markus Müller, alias WonABC, befindet sich auf der Vorderseite eines Gebäudes der Stadtwerke München im Stadtteil Giesing und wird sicher länger halten als die damalige Räterepublik.

Unheimlich beeindruckend

… ist die erste große deutsche Werkschau des niederländischen Fotografen Erwin Olaf (Springveld) in der Kunsthalle in München mit dem Titel „Unheimlich schön“. Zu Anfang und am Ende zeigt Erwin Olaf, wir er die Corona-Krise verarbeitet. Einmal als menschliche Krise im Zusammenleben (Anfang) und dann als Krise der Menschheit im Umgang mit ihrem einzigen Planeten (Schluss).

Apple Tree Submarine – Kunst in der Kirche

Ungewöhnlich ist der Anblick zunächst schon. Über dem Altar der Erlöserkirche in München, einer um 1900 in einer Mischung aus Historismus und Jugendstil erbauten Kirche, schwebt ein knallgelbes U-Boot mit Apfelbaum.

Barlow. Frontier

Es erscheint mir wie eine Erlösung, das kleine Ventil, das sich letzte Woche trotz Pandemie geöffnet hat: hurra, wir dürfen wieder Kunst betrachten. Schnell Ticket reservieren für einen Zeit-Slot von zwei Stunden und Eintauchen in die Kunstwelt: die Restrospektive der englischen Künstlerin Phylida Barlow im Haus der Kunst in München.

Weihnachtslieder to go

Wenn schon derzeit keine Konzertbesuche möglich sind, dann gehen die Musiker eben zu ihren Zuhörern. So das Hornquartett der Münchner Philharmoniker, die eine kleine Tournee durch Münchner Seniorenheime veranstalteten. Die Seniorinnen und Senioren freut es, den exzellenten Musikern direkt von ihrem Fenster oder der Hausterrasse aus den weihnachtlichen Liedern zuhören zu können. Und anders als im Konzertsaal ist mitsingen ausdrücklich erwünscht. Die Musiker*innen: Mia Schwarzfischer, Ulrich Haider, Alois Schlemer und Hubert Pilstl.

Auf Stelzen – mit Abstand

Welchen Vorteil haben Stelzen? Sie halten uns in Zeiten der Pandemie auf Abstand. Trotzdem möchte ich nicht tauschen mit den beiden Stelzentänzerinnen, die am vergangenen Montag ihre Perfomance im stockdunklen Innenhof des Seniorenheims Heilig-Geist der MünchenStift aufführten.

Kunst im lockdown

Bevor in München die Ausgangsbeschränkungen verschärft wurden, bot sich noch die Gelegenheit eine beeindrückende Videoinstallation anzusehen. Für diejenigen, die in der Innenstadt wohnen, kann man noch bis 14.02. gut einen Spaziergang dorthin unternehmen, allerdings derzeit wegen der Sperrstunde nur bis 21 Uhr. Das Team um die Viedeokünstlerin Betty Mü bringt die Kunst der Museen des Kunstarreals um den Königsplatz auf die Außenwände. Nach dem Motto: wenn man schon nicht reinkommt, kann man wenigstens sehen, was drinnen verborgen ist.