Es war einmal ein Zoo in Neuperlach
Graffiti-Kunst ist bekanntlich vergänglich. Manche Darstellungen sollten ein längeres Leben haben: Es war einmal ein Zoo in Neuperlach.
Graffiti-Kunst ist bekanntlich vergänglich. Manche Darstellungen sollten ein längeres Leben haben: Es war einmal ein Zoo in Neuperlach.
Wenn die Tierwelt in einer Großstadt wie München auch nicht sehr artenreich ist, so kann man dem nachhelfen: fantasievolle Tiergestalten an Gebäuden und in Unterführungen – tierisch gut.
Wer kennt sie nicht und hasst sie: die düsteren Fußgängerunterführungen zu den U- und S-Bahnhöfen. Der Münchner Künstler Martin Blumöhr hat ein Mittel dagegen und Sponsoren gefunden, um Licht und Kunst ins Dunkel zu bringen.
Wenn sich Stadtviertel im Umbruch befinden, dann treten Konflikte auf, die zu Themen der Streetart werden. So entwickelte sich konsequenterweise auch im Münchner Westend eine aktive Graffiti-Szene.
Für Interessierte an Streetart ist die Donnersbergerbrücke im Münchner Stadtteil Neuhausen/Nymphenburg schon lange eine erste Adresse. Als ich mich letzthin an einem regnerischen Tag dort unterstellte, endeckte ich viel Neues: einen Urwald unter der Betonbrücke.
Jeder kennt das. Ein Bahnhof in der tiefsten Provinz. Ganz oben im Norden Bayerns. Das Bahnhofsgebäude verrammelt, vergammelt. Einzig die Bahnsteige sind neu. Elektronische Anzeigen. Sie sollen einem Zuversicht geben, daß hier wirklich ein Zug hält. Ein Fahrkartenautomat. Und dann das.
Es gibt in München ein Museum, wie sonst in dieser Republik kein zweites: das Museum für Urban & Contemporary Art, kurz MUCA genannt. Die Gründer dieses Museums zeigen erstmals herausragende Werke ihrer 25-jährigen Sammlertätigkeit in ihrem eignen, 2016 gegründeten Museum. Und es ist ausgesprochenes Sammlerglück, was hier zusammengetragen wurde.
Ein Kunstprojekt der anderen Art: unter der Anleitung des Münchner Künstlers Martin Blumöhr entwickelten Schüler der Münchner Werdenfels Grundschule in einem Workshop Geschichten zu Ereignissen in ihrem Stadtviertel. Daraus entstanden dann phantastische Gestalten, welche die Schüler zu Papier brachten.
Der Fleischfabrikant BELL (moderner: Bell Food Group) ist im Dreiländereck rund um Basel keine Unbekannte. Nicht nur an der Fleischtheke, auch in der Kunstszene mischt BELL mit – als Mäzen. So entstanden vor knapp zwei Jahren riesige Graffiti an der Außenwand des Schlachthofs: Die bunte Fassade des Schlachtbetriebs.
so überschreibt Martin Blumöhr seine Ausstellung im Künstlerhaus in München. Blumöhr ist in München durch seine Arbeiten einer breiteren Öffentlichkeit bekannt. An diversen Plätzen, Hausgiebeln und Unterführungen sind seine Murals zu sehen. Um sie zu verstehen, braucht es Zeit, sie in ihren Details zu studieren. In jedem Werk steckt eine Vielzahl von Nebengeschichten. Der Künstler verbindet Historisches mit Alltäglichem, Politisches mit Persönlichem, Grotekes mit Idyllischem. Er läßt bekannte und weniger bekannte Figuren auftreten und entwickelt schon mal markante Gesichter aus Bäumen und Rankwerk. Nachfolgend sind daher beispielhaft Ausschnitte aus seinen Murals widergegeben.