Gegen das Vergessen

Es war der 26. September 1980. Ein normaler Oktoberfest-Tag ging zu Ende, die Menschen strömten gegen 22 Uhr dem Ausgang zu. Da passierte es. Das größte Attentat in Deutschland seit dem II. Weltkrieg. 13 Menschen, darunter zwei Kinder starben. 221 Menschen wurden verletzt, teilweise schwer. Viele leiden heute noch unter den traumatischen Ereignissen. Der Attentäter, ein Mitglied der neonazistischen Wehrsportgruppe Hoffmann kam bei dem Attentat selbst ums Leben. Die Behörden spielten den rechtsradikalen Hintergrund herunter. Nach den Hintermännern wurde nicht wirklich gefahndet. Die Theorie des Einzeltäters sollte davon ablenken. Am Tag nach dem Attentat wurden die Spuren beseitigt und das Oktoberfest fortgesetzt.

Neue Graffiti-Kunst im schicken Viertel

(Special Locations in München)

Das Werkviertel am Ostbahnhof in München ist für jeden Graffiti-Freund ein Begriff. Inzwischen schreiten die Bauarbeiten für die neuen Gebäude weiter voran und mancher könnte meinen, das Ende der Graffiti-Kunst auf dem ehemaligen Pfanni-Gelände sei damit besiegelt. Mitnichten. In letzter Zeit sind wieder neue Graffitis entstanden bzw. entstehen dieser Tage neu. Ein Grund mehr, bei schönem Herbstwetter mal wieder hinzugehen. Außerdem gibt es für kurze Zeit dort noch den Oktoberfest-Ersatz #sommerinderstadt mit Fahrgeschäften und Bierausschank.

Von Hexen und Teufeln

Wer eine Reise durch den Harz unternimmt, wird unweigerlich mit alten germanischen Mythen und Sagen konfrontiert. Besonders eindrücklich erlebt man dies in Thale, dem Ort am Fuße des Hexentanzplatzes, von dem aus jährlich in der Walpurgisnacht die Hexen auf ihren Besen zum Brocken fliegen.

Todesmarsch vor 75 Jahren

Dieses Jahr im April jährte sich der Todesmarsch der Häftlinge aus dem Dachauer Konzentrationslager zum 75. Mal. Die SS trieb die Häftlinge im Jahr 1945 aus Dachau kommend v.a. nachts voran Richtung Süden. Dabei passierten sie zahlreiche Ortschaften, wodurch auch der Zivilbevölkerung die Not und das Elend der Gefangenen nicht verborgen blieb. Zur Erinnerung an den Marsch, den nur wenige der mindestens 1000 Gefangenen überlebten, stehen an acht Standorten an denen der Marsch vorbeiführte, Kopien dieser Skulpturengruppe von Hubertus Pilgrim. Das erste Bild zeigt den Standort an der Blutenburg im Westen von München. Die neunte Kopie der Gruppe steht in der Jerusalemer Gedenkstätte Jad Vashem (Bild 2).

Musikalisches Einheizen

(Special Locations in München)

Lange Zeit tat sich gar nichts. Gemeint ist das ehemalige Heizkraftwerk in Aubing aus den 40er Jahren des letzten Jahrhunderts. Inzwischen beginnen die Bauarbeiten. Ein privater Investor (Allguth) will hier eine Eventlocation mit Biergarten, Jazzkonzerten, Galerieräumen etc. errichten. Mut zum Risiko gehört dazu, so etwas in Angriff zu nehmen. Inzwischen sind die Bauarbeiten im Gange. Höchste Zeit noch eine paar Fotos von den Graffitis für die Nachwelt zu machen. Und dann heißt es warten bis Herbst 2022, wenn das Ganze fertig sein soll und das erste Bier zu heißen Jazzklängen gezapft wird.

Streetart auf Papier

Das muca (museum of urban art) in München zeigt noch bis 03.05. unter dem Titel „Time Capsule“ eine beeindruckende Werkschau der amerikanischen Streetart-Künstlerin Caledonia Curry (Künstlername: SWOON). Mit lebensgroßen Linoldrucken und Scherenschnitten zaubert sie eindrückliche Portraits von Personen, die sie auf ihren Reisen durch die Welt kennen lernte. Nach Paris ist München die zweite Station dieser Wanderausstellung und unbedingt sehenswert. Besonders eindrücklich wirken ihre Portraits in Schwarzweiss, wie unten mit meiner Leica Q aufgenommen.

Kunst am Viehhof

(Special Locations in München)

Für die einen ist der „Bahnwärter Thiel“ eine tragische Figur in einer Erzählung von Gerhard Hauptmann aus dem Jahr 1887, für andere, insbesondere Graffiti-Künstler ist das gleichnamige Gelände auf dem ehemaligen Viehhof im Münchner Osten eine Möglichkeit ihre Kunst auf legalen Flächen zu entfalten. Das Gelände ist zu einem Mekka für Graffiti-Künstler geworden. Es lohnt sich also, einen Ausflug dorthin zu unternehmen und die Freiluftgalerie zu besichtigen.