Transluzenz

Glaskörper wie Fenster- oder Schaufensterscheiben lassen einerseits einen Blick in Innenräume zu. Andererseits reflektiert deren glatte Oberfläche das Äußere, das dem Innenraum gegenüber steht. Diese doppelten bildgebenden Eigenschaften der Glaskörper kann in der Fotografie genutzt werden, um die beiden Welten des Inneren und des Äußeren zusammen zu bringen.

Rummelplatz als Atelier

Neben dem Biergarten am Münchner Königsplatz hat Martin Blumöhr sein mobiles Atelier aufgebaut. Vor den antiken Nachbauten von Glyptothek und Staatlicher Antikensammlung, inmitten von Karussel, Riesenrad und Würstchenstand entsteht sein neuestes Werk. Auftraggeber ist das städtische Referat Arbeit und Wirtschaft, das Ganze ist ein Beitrag zum Event „Sommer in der Stadt“.

Works Completed

(Special Locations in München)

Das Streetart-Festival im Werkviertel-Mitte in München-Ost ist beendet. Die Künstlerinnen (es ging diesmal ausdrücklich um Streetartistinnen) haben ihre Werke vollendet und sind inzwischen wieder abgezogen (siehe auch Blog: Work in Progress). Zurück bleiben ihre Kunstwerke, welche die alten Fassaden zu neuem Leben erwecken und einen Besuch für Streetart-Interessierte wieder lohnend macht. Nachfolgend eine Auswahl der neuen Grafitty mit den Namen der Künstlerinnen.

CSD: atomisiert, aber wieder sichtbar

Nachdem im vergangenen Jahr alle Präsenz-Veranstaltungen zum Cristopher Street Day (CSD) in München dem Corona-Virus zum Opfer fielen, gibt es in diesem Jahr einige zaghafte Versuche, wieder in die Öffentlichkeit zu gelangen. Viele Veranstaltungen können nur mit Voranmeldung besucht werden und sind lange vorher ausgebucht. Ansonsten gibt es am Samstag in der Fußgängerzone verteilt einzelne Infostände, um die sich Gruppen mit Regenbogenfahnen scharen, oder Einzelpersonen, die sich als Dragqueen unter die Leute mischen, die eigentlich zum Shopping hier sind.

Reykjavik – bunteste Hauptstadt Europas

Vielleicht liegt es an der geografischen Lage im hohen Norden mit den langen Nächten im Winter: Reykjavik hat eindeutig das bunteste Stadtbild aller Hauptstädte Europas. Nicht nur, dass viele Häuser der Altstadt bunt angemalt sind, sondern es finden sich überall überdimensionale Graffity, nicht wild durcheinander, sondern ordentlich, wie es Isländern und ihren ästhetischen Vorstellungen wohl näher kommt. Reykjavik ist eine junge und aktive Stadt, die in den Sommermonaten nicht nur Touristen aus aller Welt anzieht, sondern viele Studenten, die für ein paar Monate hier Jobs in den Restaurants, Bars oder Touristeneinrichtungen finden. Und es ist eine Stadt mit einer sehr vielfältigen Bevölkerung durch Zuwanderung. Man kann hier gut studieren, welche Vorteile ein offenes gesellschaftliches Klima für eine wirtschaftliche Stadtentwicklung bietet – trotz aller klimatischen Erschwernisse.

Eine Trafostation als Kunstobjekt

Als die Münchner Beamten am Ende des 19. Jhd. von der Residenzpflicht befreit wurden, entstand vor den westlichen Toren Münchens eine Gartenstadt, heute bekannt als Villenkolonie I und II. Federführender Architekt, Stadtplaner und Bauunternehmer war damals August Exter (1858 – 1933), von dem auch die Trafostation stammt. Glühbirne war damals in, Gasbeleuchtung out, also mußte ein Trafostation für die elektrische Versorgung der Gartenstadt her.

Münchner Revolutionäre

Nein, nicht der baumumarmende und bienenrettende aktuelle Ministerpräsident ist gemeint, sondern die Revolutionäre der Münchner Räterepublik von 1919. Sie erhielten zum 100. Jahrestag eine moderne Form der Würdigung als Graffiti auf türkis-rosa-orangem Hintergrund. Das haushohe Werk des Künstlers Markus Müller, alias WonABC, befindet sich auf der Vorderseite eines Gebäudes der Stadtwerke München im Stadtteil Giesing und wird sicher länger halten als die damalige Räterepublik.

Ordnung verdrängt das kreative Chaos

(Special Locations in München)

Im September war ich das letzte Mal dort: im Werksviertel, dem aufstrebenden neuen Büro- und Kreativviertel im Münchener Osten (siehe Blog im Archiv). Nur dass die Kreativen sich inzwischen immer seltener an den noch verbliebenen Graffity-Wänden, sondern immer mehr in den chicen neuen Büro- und Arbeitsräumen engagieren (wenn sie nicht gerade im Corona-Lockdown sind).