Könige der Lüfte im Aufwind

Das Fotografieren der Seeadler auf den Lofoten gehört zu den größten Herausforderungen bei einer Fotoreise zu den Lofoten: Könige der Lüfte im Aufwind.

Dies ist der zweite Teil einer Blogreihe über meine Winterreise zu den Lofoten im Februar 2026.

Bestand gerade noch gerettet

Der Besuch bei den Seeadlern war ein Highlight meiner Reise auf die Lofoten. Die Population der Seeadler ist heute nach Jahrzehnten der Inschutzstellung wieder wachsend. Norwegen und speziell die Lofoten gelten heute als Quellpopulation. Das bedeutet, von hier aus werden junge Seeadler nach Irland oder Schottland verbracht, um dort neue Populationen anzusiedeln.

Das war nicht immer so. Wegen gezielter Verfolgung durch Jäger und Fischer, aber auch wegen des Einsatzes von Pestiziden schrumpfte die Seeadlerpopulation bis 1968 auf nur noch rund 500 Brutpaare. Erst durch die strengen gesetzlichen Schutzbestimmungen seit 1968, durch die Reduzierung der Pestizide in den 70ern und eine intensive Aufklärung der Bevölkerung sowie durch den Schutz der Brutplätze konnte sich der Bestand inzwischen wieder auf über 2000 Brutpaare erhöhen.

Seeadler beim Beute greifen fotografieren

Um die Seeadler beobachten zu können, buchten wir eine Tour, die uns per Schnellboot von Svolvær aus zu den vorgelagerten Inseln brachte. Anfangs war ich ja skeptisch: Tieren Beute zuzuwerfen, damit man sie fotografieren kann, ist normalerweise nicht meine Sache. Nachdem mir aber klar wurde, dass der Tourismus zu den Seeadlern durchaus zur Finanzierung der Schutzmaßnahmen und deren Akzeptanz in der heimischen Bevölkerung beitragen kann, versöhnte ich mich etwas damit.

Die Seeadler empfingen uns bereits auf ihren Aussichtsposten. Da sich mehr als ein Dutzend Seeadler abwechselnd die Fische aus dem Wasser griffen, war es garnicht so leicht, im Vorhinein auszumachen, welcher der Adler zum Sturzflug ansetzt. Beim Greifen tauchen sie nicht ins Wasser ein, sondern fliegen in einem flachen Winkel an die Beute heran und greifen sie mit ihren nach vorne ausgestreckten Krallen. Dadurch bleibt ihr Gefieder trocken. Der erfolgreiche Jäger muß allerdings Gewähr sein, daß andere Seeadler ihm die Beute im Flug abjagen.

Fotografisch bestand die Herausforderung nicht nur darin, den richtigen Seeadler zu fokussieren, sondern dabei auch die richtige Brennweite einzustellen, damit nicht Teile des Vogels im Flug durch den Bildrand abgeschnitten werden. Da der Abstand vom Boot zu den Seeadlern ständig wechselte, war ich mit einer Brennweite von 100-400 mm ganz gut dabei. Wir hatten glücklicherweise einen versierten Bootsführer, der das Boot so manövrierte, dass das seitliche Sonnenlicht die Adler perfekt beleuchtete.

Seht selbst.

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