Das Münchner Westend bietet viele interessante Ecken, so zB – kurios und sicher selten anzutreffen – ein Gleisdeckel als Quartiersplatz.
Wieder zurück in München, will ich hier das Bild des Münchner Stadtteils Schwanthalerhöhe, oder wie die Einheimischen sagen, das „Westend“, ergänzen. Im Blog Flanieren durchs Westend habe ich bereits davon berichtet, dass dieses Viertel durch die Umsiedlung der Messe nach München Riem große bebaubare Fläche gewonnen hat. In der Folge entstanden neue Wohnungen und natürlich auch neue Büroräume. Das ist vor allem der Grund, warum man von einem Umbruch im Viertel spricht.
Gleisdeckel als Quartiersplatz
Neben dem Museumsbau entstanden neue Quartiere. Der sogenannte „Quartiersplatz“ befindet sich auf einem Deckel aus den frühen Achtzigern und überspannt mehrere Gleise. Zur Beruhigung: er ist Im Zuge der Umwidmung vor zwanzig Jahren aufwändig saniert worden, also keines der Fälle von maroden Brücken, die derzeit in der Diskussion stehen. Da jedoch die Tragkraft des Tunneldeckels beschränkt ist, konnten Bäume nur am Rand des Platzes geplanzt werden. Auf dem Deckel selbst entstand eine Freizeitfläche, teils als Grünfläche teils als „Dünenlandschaft“ mit Tartan belegt. Zwischen den angrenzenden Neubauten lockern weitere Grünflächen die Bebauung auf.






Springbrunnen, Hochbeete und Bienstöcke vor den Büros
Die Nach-Corona-Zeit ruft zwar wieder mehr Angestellte in ihre Büros (Präsenztage), aber auch im Westend wächst der Leerstand an Büroflächen. Dies gilt umso mehr, je älter die Büros sind. Die Neubaurate nimmt deutlich ab. Was bisher hier gebaut wurde, kann sich aber sehen lassen. Nicht nur durch gepflegte Grünflächen oder Kunstwerke (siehe Doppelhelix im Blog Flanieren durchs Westend) wurden die Zugangswege zu den Büros verschönert, sondern auch durch kleine künstliche Bachläufe und Springbrunnen. Für die kleine Pause zwischendurch und vor allem in den heißen Sommermonden bieten diese kleinen Oasen durchaus Abwechslung und Erholung. Wem das zu wenig ist, macht einen Spaziergang in den angrenzenden Bavaria-Park.
Manche Firma lenkt die Aufmerksamkeit auf den Außenflächen auf sich. So wirbt der Musikproduzent Emi Electrola, visuell bekannt durch den vor einem Phonographen sitzenden Hund, genannt Nipper, durch ein buntes und überdimensionales Exemplar vor ihrer Münchner Niederlassung. Einzelne Büromieter pflegen, lustig anzusehen, Hochbeete, auf denen zur Zeit saftige Kürbisse reifen. Sogar Bienenstöcke stehen hier, für deren Bewohner ein durchaus zweideutiger Name gefunden wurde: Medienbienen.







Hier gibt es weitere Blogs aus dem Münchner Westend:
Gegen das Vergessen
Flanieren im Westend
Aktive Graffiti-Szene im Münchner Westend
Zu Kopf gestiegen
Oboen-Werkstatt im Westend
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Lieber Jürgen,
die Umsetzung in schwarzweiß finde ich sehr passend.
Viele Grüße Horst
Lieber Horst, ja es lenkt unseren Blick auf die Form. Liebe Grüße Jürgen