Flanieren durch das Westend

Der achte Münchner Stadtbezirk, die Schwantalerhöhe, oder – wie die Münchner es nennen, das „Westend“ – wird bei jüngeren, gut verdienenden Münchnern immer beliebter. Warum das so ist, kann man beim Flanieren durch das Westend studieren.

Worin gründet die Attraktivität dieses Viertels? Außerhalb Münchens ist das Westend vor allem durch das Oktoberfest auf der Theresienwiese, die Bavaria-Statue (siehe oben) und die Augustiner Brauerei bekannt.

Migration als Wachstumsfaktor

Noch heute sind zahlreiche Erinnerungen an das frühere Industrie-und Arbeiterviertel vorhanden. Allen voran ermöglichen günstige Genossenschaftswohnungen überhaupt erst das Wohnen in dieser teueren Stadt. Diese Wohnungen sind heiß begeht, die Wartelisten lang. Da die Gegend lange Zeit Zuzugsgebiet von „Gastarbeitern“ war, etablierte sich ein buntes Gemisch an Lokalen und Einkaufsmöglichkeiten. Der Anteil der Stadtteilbewohner mit Migrationshintergrund liegt bei 33 Prozent. In der Besiedelungsdichte belegt der Stadtteil den dritten Platz aller Münchner Stadtbezirke.

umbrüche und Vielfalt als Chance

Der Altbaubestand war wenig vom Krieg betroffen. Das Wohnen in diesen (manchmal leider schlampig renovierten) Altbauten gilt als hipp. Die es sich leisten können, sehen über das schlechte Preis-Leitungsverhältnis hinweg. Hauptsache das italienische Café gegenüber bietet einen guten Espresso oder das griechische Lokal mit seinem „Schanigarten“ hat abends lange genug offen. Was wiederum zu Konflikten führt, wenn der Kneipenlärm zu arg oder der Kampf um die wenigen Laternenparkplätze mühsam wird.

Das Viertel befindet sich mitten im Umbruch. Viele kleine Läden und Werkstätten machten Platz für Architektur- und Designbüros, Raumausstatter, Fotostudios und andere Dienstleister. Durch die Verlegung des Messegeländes nach Riem entstanden Flächen für moderne Büro- und Wohnhäuser, die den Zuzug einkommensstarker Bevölkungsschichten begünstigten. Herausragend hierfür steht das Turmhaus des Architekten Otto Steidle. Mit diesen Bauten hat das Stadtviertel ein neues, zweites Gesicht erhalten.

Geplant sind weitere Blogs zu den Hinterhöfen im Westend, die Streetartkunst und das Nachtleben im Viertel. Übrigens der Name Westend verspricht nicht nur in München einen gewissen Schick, auch andere große Städte haben ihr Westend: Frankfurt, London, Boston, Vancouver … und das westliche Ende der Stadt ist es schon lange nicht mehr, es liegt eher mittendrin. Was diese Viertel übrigens gemeinsam haben, ist die V i e l f a l t.

Zusätzliche Infos findest du bei den Bildunterschriften. Hier gibt es weitere Blogs zu München.

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