Petticoat, Nierentisch und Co.

In den 50er und 60er Jahren des letzten Jahrhunderts fand nicht nur in der Mode, der Innenausstattung und der Musik eine deutliche Abkehr vom der Kultur der Kriegs- und Vorkriegszeit statt, sondern auch in der Architektur. Waren die Gebäude der 30er Jahre noch von Schwere und Machtdemonstration geprägt, so wollte man nach Kriegsende das Licht hereinlassen, Transparenz und Leichtigkeit demonstrieren. Die junge demokratische Republik war auf der Suche nach einer Entsprechung im Bauen.

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Der Montmartre hat viele Gesichter

Der Montmartre gilt neben dem Marais und dem Quartier Latin als einer der meistbesuchten Viertel von Paris. Mit 130 m üNN überragt der Hügel alle anderen Örtlichkeiten in Paris und bietet neben dem Eiffel-Turm den besten Aussichtspunkt über die Stadt – immer noch. Einst Hinrichtungsstätte, daher der Name (Martyrium), riesiges Gipsvorkommen für die eleganten Häuser der Stadt, Mühlen- und Künstlerviertel – alles Vergangenheit. Die Künstler sind weiter gezogen zum Montparnasse, geblieben ist die Gebrauchsmalerei für die Touristen am Place du Tertre. Dann kam der Karriereschritt als Rotlichtviertel – ist es immer noch.

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Das Marais – einzig sicher ist der Wandel

Für viele Besucher ist das Pariser Stadtviertel „Marais“ ein absolutes Muß. Wegen seines quirligen Lebens, seinen jüdischen Restaurants und Geschäften bis hin zur schwulen Partyszene. Dabei wird häufig die Gentrifizierung des Viertels beklagt, die Verdrängung alt eingesessener Geschäfte durch Modeboutiquen, Handelsketten und noblen Etablissements. Die gestiegenen Mieten können sich viele Alteingesessene nicht mehr leisten.

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Mehr als ein Kulturtempel

Wir besichtigten am 16. März die Opera Garnier in Paris. Auf der Rückfahrt von Paris nach München kam am gleichen Abend die Meldung, dass die russische Armee das Theater in Mariupol bombardierte. Wieviele Todesopfer dabei zu beklagen sind, ist bis Stand heute noch nicht klar. Dass Aggressoren, wenn es militärisch schwierig wird, gezielt nicht nur gegen die Zivilbevölkerung vorgehen, sondern auch deren Kultureinrichtungen zerstören möchten, ist in der Geschichte hinlänglich bekannt.

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Imagewandel

Viele versuchen es, manchen gelingt es: der Wandel einer Stadt von ihrem Industrieimage zu Wissenschaft, Dienstleistung und Kultur. Ein bekanntes Beispiel ist Bilbao in Spanien und ein weniger bekanntes ist Linz in Österreich. Wichtig ist dabei wohl, auch das äußere Erscheinungsbild zu verändern. Wie Bilbao zieht die ehemalige Stahlstadt Linz durch spektakuläre Museumsbauten und deren Ausstellungen, durch ein neues Musiktheater und Opernhaus, durch das Mural Harbour und durch ein vielfältiges Festival- und Musikleben nicht nur Touristen sondern auch eine neue Einwohnerschaft an.

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Kulturbaustelle

Der Gasteig, Europas größtes Kulturzentrum in München, muß saniert werden und deswegen wird ein Interimsquartier benötigt. Letzte Woche konnte ich an einer Besichtigung der neuen Kulturbaustelle teilnehmen. Festes Schuhwerk und Regenkleidung war angesagt, wo ab Oktober Damen mit hohen Absätzen und Herren mit polierten Ausgehschuhen den Weg in den neuen Konzertsaal finden sollen. Da bis dahin bestenfalls der Konzertsaal fertig sein wird, dürfte das abenteuerlich werden.

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Ordnung verdrängt das kreative Chaos

(Special Locations in München)

Im September war ich das letzte Mal dort: im Werksviertel, dem aufstrebenden neuen Büro- und Kreativviertel im Münchener Osten (siehe Blog im Archiv). Nur dass die Kreativen sich inzwischen immer seltener an den noch verbliebenen Graffity-Wänden, sondern immer mehr in den chicen neuen Büro- und Arbeitsräumen engagieren (wenn sie nicht gerade im Corona-Lockdown sind).

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