Manche der alten Hinterhofgebäude im Münchner Westend bieten noch immer kleineren Werkstätten eine Bleibe. Etwas Besonderes ist die Oboen-Werkstatt von Stephan Pieger im Westend.
Die Hinterhofwerkstätten sterben aus
Viele dieser Idyllen gibt es nicht mehr: kleine Werkstätten in den Hinterhöfen des Münchner Westends. Früher füllten sie den freien Raum, indem sie Reparaturdienstleistungen anboten, oder Kleinserien herstellten. Hier wurde die Wäsche der Betuchten gewaschen oder einfach alles Mögliche gelagert. Heute sind sie durch Garagen ersetzt, bieten Räumlichkeiten für kleinere Büros und Studios, sind umgezogen in den Gewerbehof oder ganz verschwunden.
Einige Werkstätten behaupten sich
Eine der wenigen verbliebenen und zwar ganz speziellen Werkstätten befindet sich in der Kazmairstraße 16: eine Werkstatt für Oboen. Stephan Pieger und sein Mitarbeiter Christian Stimming kümmern sich hier um die Oboen der Musiker nicht nur Münchens, sondern auch derer im weiten Umkreis. In Deutschland gibt es lediglich ein knappes Dutzend solcher vergleichbaren Werkstätten.
Die Oboe – ein empfindliches Instrument
Warum muss eine Oboe in die Werkstatt? Ich habe gelernt, die Oboe stammt von den Schalmeien ab und hat sich im Verlauf der letzten Jahrhunderte zu einem komplexen Holzblasinstrument entwickelt. Sie ist aus den großen Orchestern nicht mehr wegzudenken. Die feine Mechanik der Klappen muss von Zeit zu Zeit überprüft, gereinigt und neu justiert werden. Außerdem dringen durch den Gebrauch nicht nur feuchte Luft in das Instrument, sondern auch allerlei Fremdpartikel.
Auf der Werkbank von Stephan Pieger kann man die zerlegte Oboe sehen: eine Vielzahl von glänzenden Klappen, Hebeln und Bügeln aus Neusilber, versilbert oder vergoldet. Daneben der Holzkörper, meist aus dem extrem harten Grenadillholz gedrechselt. Und eine Menge unterschiedlicher Metallfedern, Polster aus Kork oder Filz. Dazu diverse Mundstücke, auch „Rohr“ genannt. Kein Wunder, dass diese in Handarbeit gefertigten Instrumente mehrere Tausend Euro kosten. Die Fertigungsstätten befinden sich heute hauptsächlich in Frankreich, Großbritannien und Japan.
Stephan Pieger repariert und wartet die Oboen nicht nur, bei ihm kann man auch ein neues Instrument sowie die entsprechenden Notenblätter und Zubehör kaufen. Gut für Oboisten zu wissen, dass ihr wertvolles und geliebtes Instrument hier auch sachgerecht gewartet wird. Stephan Pieger selbst fühlt sich wohl im Westend. Seine Kunden kennen ihn und finden den Weg in den Hinterhof der Kazmairstraße.
















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Lieber Jürgen,
ein sehr interessanter Beitrag, der zum Spiel mit der schärfentiefe einlädt.
Liebe Grüße Horst
Lieber Horst, ja genau, das war die fotografische Übung dabei. Liebe Grüße Jürgen
Informativ und toll fotografiert.
Vielen Dank für die Rückmeldung.
Vielen Dank für die wunderschönen Photos!
Gerne. Hat Spaß gemacht.