Reykjavik – bunteste Hauptstadt Europas

Vielleicht liegt es an der geografischen Lage im hohen Norden mit den langen Nächten im Winter: Reykjavik hat eindeutig das bunteste Stadtbild aller Hauptstädte Europas. Nicht nur, dass viele Häuser der Altstadt bunt angemalt sind, sondern es finden sich überall überdimensionale Graffity, nicht wild durcheinander, sondern ordentlich, wie es Isländern und ihren ästhetischen Vorstellungen wohl näher kommt. Reykjavik ist eine junge und aktive Stadt, die in den Sommermonaten nicht nur Touristen aus aller Welt anzieht, sondern viele Studenten, die für ein paar Monate hier Jobs in den Restaurants, Bars oder Touristeneinrichtungen finden. Und es ist eine Stadt mit einer sehr vielfältigen Bevölkerung durch Zuwanderung. Man kann hier gut studieren, welche Vorteile ein offenes gesellschaftliches Klima für eine wirtschaftliche Stadtentwicklung bietet – trotz aller klimatischen Erschwernisse.

Ende des Overtourism in Barcelona?

Wer die Schlagzeilen aus Barcelona vor der Zeit der Corona-Krise noch vor Augen hat, weiß, dass sich die Einwohner massiv gegen die Touristenströme v.a. wegen der vielen Tages- und Kreutzfahrttouristen zur Wehr setzten. Das Wort vom „Overtourism“ machte die Runde und die Forderung nach „nachhaltigen Tourismus“ wurde laut.

Riversurfen

(Special Locations in München)

München ist wohl unbestritten die Riversurf-Hauptstadt der Welt. Die Flusswelle auf der Isar in der Nähe des Hauses der Kunst, auch Eisbachwelle genannt, gilt als die am meisten besuchte Flusswelle der Welt. Jetzt wo die ersten Sonnenstrahlen herauskommen, wächst der Andrang der Surfer auch in Corona-Zeiten, vielleicht gerade deswegen, weil sonst nicht viele Events stattfinden. Aber Vorsicht ist geboten: die Welle ist nichts für Anfänger. Freude und Anspannung in den Gesichtern liegen nahe beieinander.

Ordnung verdrängt das kreative Chaos

(Special Locations in München)

Im September war ich das letzte Mal dort: im Werksviertel, dem aufstrebenden neuen Büro- und Kreativviertel im Münchener Osten (siehe Blog im Archiv). Nur dass die Kreativen sich inzwischen immer seltener an den noch verbliebenen Graffity-Wänden, sondern immer mehr in den chicen neuen Büro- und Arbeitsräumen engagieren (wenn sie nicht gerade im Corona-Lockdown sind).

Die Wiederentdeckung der Langsamkeit

Beim Rückblick auf das eigene fotografische Jahr 2020 stellt sich wohl jeder die Frage, wie hat die Corona-Pandemie die eigene Fotografie verändert? Als erstes fällt mir auf, dass ich viel weniger Bilder gemacht habe. Klar, das Reisen in ferne Länder, wo allein wegen der Neuheit schon mehr Bilder aufgenommen werden, war gestrichen. Außerdem fehlten in diesem Jahr viele Veranstaltungen, seien sie öffentlich oder privat. Und in der Streetfotografie war ich es auf Dauer leid, Menschen mit Schutzmasken abzulichten. Was ist nun geblieben?

München – from street with love

Die Corona-Pandemie will einfach nicht enden und so verbringt man wieder mehr Zeit zu Hause. Zeit um die Archive durchzustöbern, Kurzlebiges rauszuwerfen und zu entscheiden, was wirklich aufbewahrenswert ist. So sind eine Reihe von Streets wieder an die Oberfläche gerückt, die so nebenbei zwischen Besorgungen und Spaziergängen in München entstanden sind.

Gegen das Vergessen

Es war der 26. September 1980. Ein normaler Oktoberfest-Tag ging zu Ende, die Menschen strömten gegen 22 Uhr dem Ausgang zu. Da passierte es. Das größte Attentat in Deutschland seit dem II. Weltkrieg. 13 Menschen, darunter zwei Kinder starben. 221 Menschen wurden verletzt, teilweise schwer. Viele leiden heute noch unter den traumatischen Ereignissen. Der Attentäter, ein Mitglied der neonazistischen Wehrsportgruppe Hoffmann kam bei dem Attentat selbst ums Leben. Die Behörden spielten den rechtsradikalen Hintergrund herunter. Nach den Hintermännern wurde nicht wirklich gefahndet. Die Theorie des Einzeltäters sollte davon ablenken. Am Tag nach dem Attentat wurden die Spuren beseitigt und das Oktoberfest fortgesetzt.

Neue Graffiti-Kunst im schicken Viertel

(Special Locations in München)

Das Werkviertel am Ostbahnhof in München ist für jeden Graffiti-Freund ein Begriff. Inzwischen schreiten die Bauarbeiten für die neuen Gebäude weiter voran und mancher könnte meinen, das Ende der Graffiti-Kunst auf dem ehemaligen Pfanni-Gelände sei damit besiegelt. Mitnichten. In letzter Zeit sind wieder neue Graffitis entstanden bzw. entstehen dieser Tage neu. Ein Grund mehr, bei schönem Herbstwetter mal wieder hinzugehen. Außerdem gibt es für kurze Zeit dort noch den Oktoberfest-Ersatz #sommerinderstadt mit Fahrgeschäften und Bierausschank.

Lichtzauber am Olympiasee

Bald feiert die Parkanlage mit See ihr 50-jähriges Bestehen und hat bis heute nichts an Attraktivität eingebüßt. Wer zur Zeit gegen Abend über das Gelände streift kann sich dem Lichtzauber kaum entziehen, den die wenigen Fahrgeschäfte erzeugen, die unter Corona-Bedingungen auf Besucher warten. Es ist eine stimmungsvolle Alternative zum lauten, dicht gedrängten Oktoberfestrummel auf der Theresienwiese in München, der dieses Jahr bekannter Maßen ausfallen muss.

Außerhalb unseres Sehens

Ein Nachtrag zum letzten Blog: dank der Fotografie und der Langzeitbelichtung können wir Dinge sehen, die wir mit bloßem Auge nicht erkennen. Ein nächtlicher Spaziergang zum Königsplatz in München während des Events #sommerinderstadt bringt es zum Vorschein.