Schrot und Korn

Entlang der Würm, dem Abfluss des Starnberger Sees standen früher zahlreiche Getreidemühlen. Eine davon, die Linner-Mühle in Krailling kann man besichtigen. Sie wurde vor rund 50 Jahren abgeschaltet. Der Sohn des letzten Müllers führt heute durch die historische Mühle und erklärt die Zusammenhänge von Schrot und Korn.

Eine Jahrhundertgeschichte geht zu Ende

Dreigeschossig ragt die 1892 errichtete Mühle empor. Die Mühle war schließlich nicht mehr konkurrenzfähig und nachdem der letzte Müller das Rentenalter erreichte, wurde der Betrieb vor rund 50 Jahren eingestellt. Sein Sohn, August Linner, der heute im Besitz der Mühle ist und Führungen durchführt, lernte zwar noch das Müllerhandwerk im väterlichen Betrieb, wechselte dann jedoch in das benachbarte Sägewerk. Wer die Mühle besucht, könnte meinen, erst gestern sei der Ausschalter betätigt worden. Alle Einrichtungen auf den drei Etagen sind fachgerecht konserviert und stehen unter Denkmalschutz. Das Mühlenrad treibt heute allerdings nicht mehr die Mahlwerke an, sondern einen Generator zur Stromerzeugung. Der Mühlenkanal selbst ist noch voll in Betrieb und August Linner regelt weiterhin den Wasserdurchfluß mittels der Wehre.

Lebendige Industriegeschichte

Wer die Mühle besucht, sieht ein Stück Industriegeschichte lebendig werden. Mir wurde dabei bewußt, wieviel Wissen in den früheren Anlagen steckt und mit welchem Einfallsreichtum technische Probleme gelöst wurden (siehe auch meinen Blog zum Main-Donau-Kanal). Als Fotograf interessierte mich vor allem die Wiedergabe der Stimmung, die das warme Holz der Anlage, das alte Eisen, die Lederriemen und Jutesäcke erzeugen. Wie immer, wenn ich nicht genau weiß, was mich bei einer Besichtigung erwartet, nehme ich mein lichtstarkes 20 mm – Objektiv mit und belichte mit der Offenblende 1,8. Das ermöglicht einerseits in engen Innenräumen zu fotografieren, anderseits durch die große Blendenöffnung bei nahen Objekten den Hintergrund in die Unschärfe verlaufen zu lassen.

Besucherinformation

Das Denkmal ist in Privatbesitz. Besichtigungen können z.B. über die VHS im Würmtal gebucht werden. Außerdem wird die Mühle für Trauungen und Konzerte genutzt. Manchmal wird auch der Mühlenbetrieb vorgeführt.

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