Melsungen – Perle des Fachwerks

Mit der kleinen Stadt Melsungen erreichten wir die letzte Station unserer Reise entlang der Fulda. Melsungen gilt für mich als die deutsche Stadt mit der dichtesten Ansammlung von Fachwerkbauten – eine wahre Perle des Fachwerks. Sie beeindruckt durch einen fast unversehrten mittelalterlichen Stadtkern mit romantischen Plätzen, die zum Verweilen einladen.

Melsungen – Stadt der Bartenwetzer

Den Marktplatz beherrscht eines der schönsten Fachwerk-Rathäuser Deutschlands (s. Foto). Seine Existenz verdankt es den Wiederaufbauarbeiten nach einem Großbrand 1594, der damals nahezu den gesamten Stadtkern vernichtete. Fachwerkhäuser rahmen den Platz vor dem Rathaus ein. Auch in den Nebengassen – alles Fachwerk. Das Stadtbild wirkt noch um einiges geschlossener, authentischer als jenes in Rotenburg an der Fulda. Gemeinsam mit Rotenburg verfügt Melsungen aus Reformationszeiten über eine überwiegend protestantische Bevölkerung und wird ebenfalls mehrheitlich von Sozialdemokraten regiert.

Die Steinerne Brücke über die Fulda (siehe Titelfoto) wird auch Bartenwetzerbrücke genannt. Barten nannte man im Mittelalter Äxte oder Beile. Die männliche Bevölkerung war zur damaligen Zeit vorwiegend als Holzfäller tätig, welche die Barten zum Holz Schlagen benötigten. So erhielten die Melsunger den Spitznamen “Bartenwetzer”. Die Waldarbeiter trafen sich auf dem Weg in den Stadtwald morgens auf der Steinernen Brücke und schärften dort ihre Klingen. Das geschieht heute im übertragenen Sinn: bei der Verleihung des Kabarettpreises, den die Melsunger “Scharfe Barte” nennen.

Melsungen – Stadt der schönen Türen

Glücklicherweise erfolgt der Zugang zu den alten Gebäuden häufig noch durch die Originaltüren. So nehme ich euch mit auf eine kleine Rundreise durch die Melsunger Türenlandschaft.

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