Meersburg vor dem Massenansturm

Im Frühjahr ist noch eine gute Zeit, touristische Hotspots zu besuchen. So reisten wir an den Bodensee, um Meersburg vor dem Massenansturm zu erleben.

Die Wetterprognose versprach 17° Celsius am Bodensee für das erste Märzwochenende. Also am Freitag kurz überlegt, die Sachen zusammen gepackt und die bayrische Landeshauptstadt Richtung Südwest verlassen. Wir haben es genossen. Vor allem das zauberhafte Örtchen Meersburg im Sonnenschein zu erleben, ohne die Busladungen von Touristen, die in den Sommermonaten den Ort heimsuchen.

Der heute rund 6.000 Einwohner zählende Ort war über Jahrhunderte Sitz der Fürstbischöfe. Sie hinterließen neben der Burg das sogenannte Neue Schloss Meersburg, von dessen Park aus der Besucher einen herrlichen Blick über die Unterstadt, den Bodensee bis hin zu den Schweizer Bergen hat. Mächtig tront auch das Staatsweingut Meersburg am Hochufer. Es verfügt über eine große Terasse mit Blick auf den See.

An diesem Märzwochenende fand man überall Platz zum Hinsetzen und genießen. Die Gaststätten und Weinstuben waren gut besucht, aber nicht überfüllt. An manchen Sommertagen soll es bis zu 1 Million Tagesbesucher geben, die sich durch die historischen Gassen wälzen, oder die Überfahrt nach Konstanz nutzen. Tourismus und Wein sind die beiden wirtschaftlichen Standbeine des Ortes.

Wir trafen auf unserem Spaziergang einen jungen Zimmermann, der auf der Walz war. Dabei erfuhr ich, daß er nicht nur von einer Zimmerei zur anderen wandert, sondern auch bei Metallbauern, Schreiner und anderen Berufszweigen hospitieren darf. Das wäre doch was für unsere heutigen Auszubildenden. Was mir an dem jungen Mann gefiel, war seine Begründung für die Walz: Neues kennenlernen und seine eigene Persönlichkeit entwickeln.

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