Badenburg im Herbstkleid

Nymphenburger Parkburgen im Herbstkleid

Ein Rundgang zu den Barockschlösschen im englischen Landschaftspark: Nymphenburger Parkburgen im Herbstkleid.

Englischer Landschaftspark mit Barockschlösschen

So, wie sich uns der Nymphenburger Schlosspark heute darstellt, mit seinen weiten Wiesenflächen, den Waldstücken und sanften Erhebungen, den Bachläufen, Kanälen und Teichen, ist er das Werk der Landschaftsplaner zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Friedrich Ludwig von Skell wurde ab 1804 mit dem Umbau der ehemaligen Barockgärten zu einem englischen Landschaftsgarten betraut. Dabei ist es ihm gelungen, die fast ein Jahrhundert zuvor entstandenen barocken Parkburgen (manche sagen auch Parkschlösschen), so zu integrieren, daß wir heute meinen könnten, der Park hätte schon immer so ausgesehen.

Parkschlösschen zur Freizeitgestaltung

Die Parkburgen und die sie umgebenden Gärten dienten der höfischen Gesellschaft des 18. Jahrhundert als Festräume, für Maskenbälle, Gesellschaftsspiele, Musikaufführungen oder ganz einfach als Stelldichein, um sich abseits des Hofes weitgehend unbemerkt treffen zu können.

Speziell für das Badevergnügen wurde die Badenburg (Anf. 18. Jh.) mit Festsaal und Séparées angelegt. Wie man sich denken kann, rankten sich bald um das Badehaus und dem Geschehen darin allerlei Geschichten. Der damaligen Chinabegeisterung folgend, entstand bald darauf die wie Porzellan aussehende Pagodenburg (1716-1719). Im Kontrast dazu steht die als Ruine angelegte grottenartige Kapelle, die Magdalenenklause (ab 1725). Schließlich, da war man schon im Rokoko angekommen, wurde die Amalienburg (1734-1739) errichtet, von deren Dach aus man das Wild vor die Flinte treiben ließ.

Nymphenburger Parkburgen im Herbstkleid

Das Innere der Parkburgen kann nur in den Sommermonaten besichtigt werden (Anfang April – 15. Oktober). Es lohnt sich auf alle Fälle, vor allem die Badenburg zu besichtigen. Jetzt im Herbst sind die kleinen Schlösschen zwar geschlossen, aber auch von außen sehenswert, da wunderbar in die sie umgebende Farbenpracht des welkenden Laubs eingebettet. Beim Rundgang sollte man auch einen Blick auf den etwas versteckt auf einem Fels ruhenden Pan mit Ziegenbock werfen. Auch der Monopteros und das Kinderspielhaus (Kronprinzengarten) sind einen Besuch wert. Und wer Glück hat, dem begegnet das hier im Park frei herumlaufende Rehwild. Selbst Füchse und Baummarder soll es in dem abgeschlossenen Parkarreal geben.

Hier findest du weitere Blogs zu München.

5 Gedanken zu “Nymphenburger Parkburgen im Herbstkleid


    1. Lieber Horst, vielen Dank. Die Engländer würden diese Mischung aus Landschaft und kleinen Tempeln, Burgen etc. „Picturesque Style“ nennen. Ein sehr treffender Ausdruck, wie ich finde.
      Liebe Grüße Jürgen


  1. Feinste Herbstimpressionen!
    Die Rehe waren zufällig dort oder gibt es ein Tiergehege?
    Der Brunnen mit Pan gefällt mir auch gut. Insgesamt sicher ein Ort mit etlichen schönen Motiven!

    Liebe Grüße,
    SyntaxiaSophie


    1. Ein Tiergehege gibt es nicht. Die Rehe kreuzten zufällig unseren Weg und ich hatte eine „schussbereite“ Kamera zur Hand. Es ist jedoch garnicht selten, abseits der Hauptwege auf Rehwild zu treffen.
      Liebe Grüße Jürgen

Kommentar verfassen