Erstmals in Europa werden die Arbeiten der chilenischen Künstlerin Sandra Vásquez de la Horra in einer Gesamtschau im Haus der Kunst in München gezeigt. Was mich dabei vor allem begeistert, sind kraftvolle und farbenfrohe Leporellos: Soy Energia.
Soy Energia:der Name ist Programm
Die Ausstellung Soy Energia, auf Deutsch „Ich bin Energie“, wird ihrem Namen gerecht. De la Horra ist Zeichnerin. Eigentlich verbindet man mit einer Zeichnung feine Linien auf Papier. Nicht so bei ihr. Sie malt auf ziehharmonikaartig gefaltetem Papier (Leporello) beidseitig und fortlaufend. Das Leporello ist dabei jedoch nicht rechteckig, sondern folgt in seinen Umrissen der Figur, die darauf in kräftigen Farben gemalt ist. Anschließend versiegelt sie die Papierbahn mit Bienenwachs, was dem Objekt einerseits eine dreidimensionale Stabilität verleiht und es andererseits auch teiltransparent erscheinen lässt. Das Ergebnis ist ein Objekt zwischen Buch und Skulptur.
Weibliche und doch ganz menschliche Themen
Frauen- und Menschenrechte stehen im Mittelpunkt ihrer Arbeiten. In wiederkehrenden Figuren stellt sie vorwiegend den weiblichen Körper dar, häufig mit Kindern und nackt in all seiner Verletzlichkeit. Der menschliche Körper ist ihr zentrales Motiv, manchmal fragmentiert oder gar deformiert. Der Körper als Ort des Schmerzes, der Lust und der Transformation. Keine leichte Kost und gerade deshalb berührend anzuschauen. Gelegenheit dazu gibt es noch bis 17.05. im Haus der Kunst.







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