Unterwegs auf Münchens Edelmeile

Tagsüber wirkt sie langweilig. Abends, wenn die Lichter angehen und die großen Modenamen über den Shops erstrahlen, wird klar, warum die Maximilianstraße als die teuerste Einkaufsstraße Deutschlands gilt: unterwegs auf Münchens Edelmeile.

Als Mitte des 19. Jahrhunderts Maximilian II. auf der grünen Wiese zwischen Altstadt und Isar als erstes Gebäude seiner neuen Prachtstraße das Hotel Vierjahreszeiten errichten ließ, war der Grundstein für den heutigen Charakter dieser Straße gelegt. Es dauerte jedoch bis in die 70er des letzten Jahrhunderts, bis die einschlägigen Modemarken diese Straße zu ihrer ersten Adresse in Deutschland machten. Kein Wunder. Die Fassaden der Gebäude, eine Mischung aus Neogotik und Renaissance, sind geradezu dafür prädestiniert, diesen Firmen eine transzendentale, an Kirchenfenster erinnernde Schaufensterstruktur zu bieten.

Maximilian II. wurde von seinen Zeitgenossen ob des eklekktischen Charakters seiner Architektur heftig gescholten, allen voran von seinem Vater, Ludwig I. Von ihm ist der Ausruf „Pfui Teufel“ überliefert, als dieser die Baustelle besuchte. Im II. Weltkrieg wurden die Gebäude weitgehend zerstört. Heute weisen nur noch die nachgebauten Fassaden auf die ursprüngliche Bausubstanz hin. Wenn man so will, gleichen sie sog. Potemkinschen Dörfern, vorne Neogotik innen 20. und 21. Jahrhundert.

Renomierte Modefirmen haben alle übrigen Geschäfte verdrängt. Kein Wunder bei diesen Mietpreisen. Wer sich im entsprechend teuersten Hotel der Stadt einmietet, hat nur einen Katzensprung bis zu den Diors, Pradas, Chopards uvm. Die Portiers am Eingang des Hotels, gekleidet im Stil des 19. Jahrhunderts, erfüllen bei Übernachtungspreisen von 1.000 € aufwärts alle Wünsche. In den Geschäften kaufen auffallend viele, von den Türstehern gut bewacht, arabisch gekleidete Frauen ein. Die Männer parken mit ihren Luxuslimousinen vor dem Hotel oder den Geschäften und zeigen so ihren Status.

Vier Theater befinden sich in Laufweite: das Residenztheater, das Nationaltheater, das GOP Varieté-Theater sowie die Münchner Kammerspiele. Dazwischen Bars, Restaurants und Cafés. Als eines der begehrtesten unter ihnen gilt das „Brenner“. Hier verkehren zahlreiche Prommis und solche, die es gerne sein wollen.

So richtig zur Geltung kommt der Glanz der Straße aber erst am Abend. Die nachfolgenden Bilder sollen einen kleinen Eindruck davon vermitteln.

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