Die Eibe ist in Deutschland fast ausgerottet. Ein größeres Habitat jedoch hat sich noch in Süddeutschland erhalten, der Eibenwald bei Paterzell, mit mehr als zweitausend Exemplaren. Ein Besuch des ältesten Naturschutzgebiets Deutschlands lohnt sich: Frühling im Eibenwald.
Die Eibe ein Überlebenskünstler
Die Fahrt von mir bis zum Eibenwald bei Paterzell dauert ungefähr eine Autostunde. Der Wald mit der seltensten Baumart Europas gehört zu den ältesten Naturschutzgebieten in Deutschland. Wer dem Eibenlehrpfad durch den Wald folgt, versteht, warum diesem Baum von unseren Vorfahren mystische Kräfte nachgesagt wurden.
Die immergrüne Eibe braucht wenig Licht. Ihre Zweige gleichen denen von Nadelbäumen, allerdings aber gehört die Eibe nicht zu dieser Familie. Die Borke ist grau bis rotbraun und geschuppt. Da die Eibe maximal zwanzig Meter hoch wächst, behauptet sie sich auf andere Weise im Wettbewerb der Waldflora, immerhin ist sie ein Relikt aus dem Tertiär. Sie blüht schon im März, wenn die Laubbäume noch keine Blätter tragen. Man unterscheidet männliche und weibliche Bäume. Die Eibe liebt feuchte, nährstoffreiche, v.a. kalkhaltige Böden. Der Pfad durch den Wald überquert auch einen Bachlauf, in dem man Sinterablagerungen beobachten kann.
Die Nadeln der Eibe sind für Menschen und Nutztiere giftig, lediglich Rehe vertragen die jungen Triebe unbeschadet. Die roten Früchte im Herbst sind willkommene Nahrung für die Vögel. Entfernt man die Samen aus der Frucht, kann man daraus Marmelade kochen.
Vom Menschen fast ausgerottet
Unsere Vorfahren benutzten das harte aber biegsame Holz der Eibe zum Bau von Bogen für die Jagd. Die Giftstoffe aus den Nadeln wurden auf die Pfeilspitzen aufgetragen und garantierten so zusätzlichen Jagderfolg. Schon die Römer bezichtigten die Germanen, ihre Pfeile mit dem Eibensaft zu versehen. Auch für Schiffe oder Pfahlbauten fand das Holz Verwendung. Ansonsten war der Baum den sesshaften Bauern mit ihren Nutztieren eher gefährlich. So kommt es, dass der Bestand heute sehr gering ist.
Der Mythos vom ewigen Leben
In der Antike galt der Baum als Bewacher der Unterwelt. So entstand wohl der Aberglaube, dass der Schlaf unter der Eibe tödlich sein kann. Wenn eine Eibe umstürzt und zu Boden geht, treibt sie von Neuem aus. Daher die Zuschreibung vom ewigen Leben. Die Bäume können tausend Jahre alt und älter werden.
















Oh, wie schön!! Der Wald ist einen Ausflug wert.
Diese Stämme sehen so verwunschen aus. Und die Sumpfdotterblume leuchtet mit den Leberblümchen um die Wette in deiner Fotogalerie.
Ich mochte die Eibenzweige früher immer gern im Winter für Gestecke. Sie hielten sich lange.
Liebe Grüße,
Syntaxia
Ja, zwischen all den Brauntönen und dem frischen Grün, heben sich das Gelb und das helle Blau besonders ab und locken die ersten Insekten an. Apropos Ausflug: die Reste des ehemaligen Klosters Wessobrunn sind nicht weit und an manchen Tagen zu besichtigen. Und natürlich der Gasthof in Wessobrunn mit großer Sonnenterasse und Blick auf die Berge.
Liebe Grüße Jürgen
Jürgen einfach traumhaft. Ich habe heute beshlossen bei dem nächstn schönem Wetter dort hin zu fahren. Deine Foto sind einfach
Lieber Jürgen Dein Beitrag lese ich immer sofort. Die Fot einfach Top und immer eine Einladung. Nur sagt ich heute meinem Mann dass ich bei dem nächsten schönen Wetter dort hin will. Auch die Dokumentation ist immer super. Was Du Dir da für Mühe machst, alle Achtung. Aber wir sind ja von Dir nicht anderes gewohnt. Egal ob Foto oder Dukumentation. Ich hoffe Du kannst es noch rech lange machen und uns User damit beglücken.
LG Hanne
Liebe Hanne, vielen Dank für deine Anerkennung. Ja, schau dir den Eibenwald unbedingt mal an. Es ist von dir aus nur noch die halbe Entfernung. Noch ein Tipp: nimm ein Stativ mit, es ist teilweise ganz schön duster. Und wasserfeste Schuhe, denn rund um den Bachlauf ist es etwas sumpfig. Liebe Grüße Jürgen