Klar, München kann diverse Reiterstand- oder auch -sitzbilder bayerischer Könige vorweisen. Berühmte Dichter und Denker der deutschen Klassik, ja selbst Architekten der zahlreichen Palais sind in Stein gemeisselt. Was aber ist mit Berühmtheiten des 20. Jahrhunderts? Wer wird als Statue verewigt? Wer ist in München denk(mal)würdig?
Viktualienmarkt: hier versammeln sich bayerische Bühnenstars
Beginnen wir am berühmtesten Platz Münchens, dem Viktualienmarkt. Hier trifft man gleich sechs – zumindest vielen älteren Münchnern bekannte – in Bronze gegossene Personen des „öffentlichen Lebens“. Jeder bzw. jede von ihnen umgibt sich mit einem eigenen Brunnen. Das ist ganz praktisch, dabei kommen die Besucher den Geehrten beim Wasser schöpfen näher. Nun ja, sie sind nicht von Adel, heute würde man sagen, allesamt waren in der Unterhaltungsbranche tätig.
Hier die Liste der Geehrten. Wer mehr über die Personen erfahren will, der kann die Links nutzen, sie führen zu Wikipedia. In Klammern das Datum der Errichtung.
Karl-Valentin (1953, der erste Brunnen dieser Art)
legendärer Komiker, Satiriker, Schauspieler




Liesl-Karlstadt (1961)
Bühnenpartnerin von Karl Valentin


Ferdinand Weisheitinger, genannt Weiß-Ferdl (1953)
Volkssänger und Komiker



Ida-Schumacher (1977)
bayerische Volksschauspielerin


Roider-Jackl (1977)
Förster, Gstanzlsänger und Kabarettist


Elise-Aulinger (1981)
Volksschauspielerin und -sängerin

An der Münchner Freiheit: weitere Unterhaltungskünstler
An der Münchner Freiheit findet man drei weitere Geehrte, und auch hier ist wieder die Unterhaltungsbranche voll dabei. Zwei davon sitzen als Bronzestatuen im Garten des Café Münchner Freiheit, so wie sie zu Lebzeiten öfters hier saßen.
Helmut Fischer (1997)
bekannt als Darsteller des Monaco Franze und neben ihm der Regisseur
Helmut Dietl (2022)
„Erschaffer“ der Filmfigur Monaco Franze, Fernsehserie „Kir Royal“



Den beiden Herren aus dem Film- und Fernsehgeschäft gegenüber, auf der anderen Straßenseite, wird eine bekannte Vortragskünstlerin und Volkssängerin geehrt:
Agnes Pauline Prell, genannt Bally Prell (1992)



Aus der schreibenden Zunft
Zu guter letzt schreitet eine Bronzestatue in Lebensgröße wie ein Spaziergänger mitten durch die Fußgängerzone zwischen Rathaus und Rindermarkt. Wegen Bauarbeiten vorübergehend ein in Stück Richtung Färbergraben versetzt, erinnert sie an seine ehemalige Wirkungsstätte, an
Sigfried Sommer (1998)
den Schriftsteller und Journalisten der Süddeutschen Zeitung.



Und sonst?
Niemand. Was? Ja, es gibt Erinnerungstafeln, auch Installationen über andere bekannte Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts, teils Opfer des Faschismus oder rechter Gewalt, aber keine Personendarstellungen. Aber schön ist es, daß es solche Statuen gibt. Und es beantwortet die Eingangsfrage, wer in München denk(mal)würdig ist: München ehrt vor allem seine Künstler in Form von Bronzestatuen, soweit sie sich in die Herzen der Menschen eingesungen, -gespielt oder -geschrieben haben.
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Lieber Jürgen,
du kommst einfach auf tolle Ideen! Sehr schön umgesetzt.
Liebe Grüße Horst
Lieber Horst, die besten Ideen liegen vor der Haustüre 😉. Liebe Grüße Jürgen