Ein Osterspaziergang nach Ostasien

Im Münchner Stadtteil Sendling-Westpark kann man ohne Flugreise ostasiatische Gartenarchitektur und -kunst bewundern: ein Osterspaziergang nach Ostasien.

Ob Thailand, Japan oder China – alles in Laufweite

Die Magnolien blühen, die Kirschblüten sind aufgegangen und die Ahornbäume beginnen ihre Blätter zu entfalten. Die Osterfeiertage sind eine ideale Gelegenheit, ohne Flugreise ostasiatische Gartenarchitektur bei einem Spaziergang durch Münchens Westpark zu genießen. Wer den Westeingang des Parks nimmt, trifft zuerst auf Deutschlands wohl einziges Buddhistisches Heiligtum, die Thai-Sala, eine prunkvoll lackierte Pagode mit glasierten Ziegeln umgeben von einem kleinen Teich. Gleich daneben der „Garten von Duft und Pracht“ aus China, nach Feng-Shui-Regeln angelegt, sowie der Japangarten, entworfen von japanischen Architekten im Stil der Gartenarchitektur Japans um 800 n. Chr.

Ein Park, geschaffen in der Aufbruchszeit der 70er Jahre

Dass wir all das heute geniessen können, verdanken wir der vorausschauenden Politik der 70er Jahre. Damals entstand nicht nur der weltberühmte Olympiapark in München, sondern auch der Westpark, der aus Anlass der Bundesgartenschau 1983 errichtet wurde. Die Idee für eine künstliche Endmoränenlandschaft stammt vom Landschaftarchitekten Peter Kluska. Das Projekt war bei seinen Zeitgenossen nicht unumstritten, verschlang es doch rund 60 Mio. DM. Als dann alles stand, wollten die Münchner einen Teil der zur Bundesgartenschau errichteten Anlagen nicht mehr hergeben. So verblieben die o.g. ostasiatischen Gartenanlagen samt Gebäuden der Nachwelt.

Ein Park als Begegnungsstätte

Wer an einem Feiertag bei schönem Wetter durch den weitläufigen Park schlendert, wird nicht nur Freunde der ostasiatischen Gartenkultur treffen, sondern auch zahlreiche Familien, die rund um den künstlich angelegten See ihr Picknick einnehmen. Begleitet von türkischer oder arabischer Musik aus der Konserve treffen sich hier vor allem Familien, die aus südlichen Ländern zu uns kamen. Nicht jeder Besucher ist von den Rauchschwaden begeistert, aber es gehört zum Brauch der zu uns eingewanderten Familien, an Festtagen zusammen im Freien zu feiern. Im Sommer finden auf der Seebühne Open-Air-Kinoveranstaltungen statt, auf den großen Wiesenflächen wird von Qi Gong bis Basketball jeder erdenkliche Open-Air-Freizeitsport betrieben. Der Westpark – eine Begegnungsstätte für die Münchner.

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5 Gedanken zu “Ein Osterspaziergang nach Ostasien


    1. Lieber Horst, vielen Dank. Die Perlen liegen meist vor der Haustüre. Dir wünsche ich noch schöne restliche Osterfeiertage. Liebe Grüße Jürgen


  1. Oh, das ist eine Reiseart, die ich bevorzuge. Schön frühlingshaft bebildert!
    Der Park scheint gar nicht einmal so klein zu sein. Wir haben hier einen Japanischen Garten, der allerdings eher einem Kleingarten ähnelt, kaum ist man drin, geht man wieder hinaus…
    Die unterschiedliche Art der Nutzung eines solchen Parks, ist gewiss überall gegeben.
    So meide ich die Seen rundherum an Wochenenden mit Sonnenschein, weil ich sonst von einer Grillwolke in die nächste laufe.

    Liebe Grüße,
    Syntaxia


    1. Hallo Syntaxia, der ganze Park erstreckt sich über knapp 3 km und 69 ha. Das Besondere ist seine Landschaftsstruktur. Er ist dem hügeligen Voralpenland nachempfunden. Von seiner höchsten Erhebung aus hast du einen herrlichen Blick auf die Stadt und die Alpenkette. Liebe Grüße Jürgen

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