Pink ist wieder in Mode. Nicht erst seit dem erfolgreichen Hollywood Film „Barbie“. Pink als Modefarbe für schicke Jacken. Als Farbe der LGBTQ-Community. Als Firmenlogo. Pink is everywhere.
Pink als Farbe der Herrschenden
Ganz früher war Pink die Farbe des Adels. Die roten Farbpigmente für die Herstellung von Pink konnten sich nur die Reichsten der Reichen leisten. Nicht nur Frauen (z.B. Madame de Pompadour), nein, vor allen die adeligen Männer trugen Pink in seiner pastösen Ausprägung. Sie wollten sich abheben von den kunterbunten Farben der Bekleidung der Mittelschicht.
Pink stand für Männlichkeit. Dann kam die französische Revolution. Die Revolutionäre wählten eine Nicht-Farbe: Schwarz. Doch Archäologen haben anhand von Höhlenzeichnungen nachgewiesen, dass es Pink schon zu Zeiten gab, als wir noch den Büffeln und Bären hinterher jagten.
Pink als Farbe der Mädchen
Mitte der 1930er Jahre erreichte Pink, ausgehend von Amerika, die Modewelt der Damen und steht bis heute überwiegend für Weibliches. Bis schließlich ab den 1960ern die Farbe Pink Einzug in die Babyausstattung hielt: Pink für die Mädchen, Blau für die Jungen. Die Geschlechterrollen waren klar definiert und sind es heute noch, wie das Bild der Klohäuschen vor dem Probengebäude der Münchner Oper unten zeigt.
Die dunkle Seite von Pink
Die Nazis verwendeten Pink zur Kennzeichnung der Schwulen. Hommosexuelle mußten den rosa Winkel tragen und wurden deswegen in den Konzentrationslagern selbst von Mitgefangenen stigmatisiert. Die Farbe Rosa wurde bewusst gewählt, um eine „Entartung“ der typischen Geschlechterrolle durch Schwule zu suggerieren. Der Pop-Art Künstler Keith Haring greift das Thema in seiner speziellen Art auf, siehe letztes Foto der Bilderserie unten. Heute nutzt die Schwulenbewegung die Farbe Pink als positives Erkennungszeichen und trägt es mit Stolz auf den öffentlichen Paraden.
Pink ist subversiv
Den Anstoß zu diesem kleinen Blog und dem Gang in mein Bildarchiv gab mir eine Ausstellung zum Thema Pink im Münchner Stadtteil Pasing. Die Macher der Ausstellung in der Pasinger Fabrik wollen zeigen, was die Farbe Pink über unsere Gesellschaft und die Welt aussagt. Leider ist es nur eine Ausstellung von Gegenständen ohne größere Kontexturierung geworden. Trotzdem ist sie es wert gesehen zu werden, vor allem die Fotoarbeiten von Dina Goldstein beeindrucken. Heutzutage wird Pink sehr kontrovers betrachtet, nicht mehr nur weiblich insbesondere wenn Männer Pink tragen oder Pink in Firmenlogos erscheint. Typische Geschlechterzuordnungen verschwimmen. Ein Stück weit ist Pink also subversiv, es stürzt alte Sehgewohnheiten um.
Hier nun meine kleine Auswahl. Pink hat sein Nischendasein verlassen. Pink is everywhere.




















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