Drei Schatzkammern für Japans Kunst

In drei Schatzkammern für Japans Kunst zeigt die Bayerische Staatsbibliothek in München unter dem Titel Farben Japans 130 Holzschnitte des 18. und 19. Jahrhunderts.

Die große Welle erstmals in München zu sehen

2023 erwarb die Staatsbibliothek einen von rund 100 Originaldrucken des berühmtesten Bildes Japans: „Die große Welle vor Karnagawa“. Der Holzschnitt des Künstlers Katsushika Hokusai aus den 1830er Jahren ist der Star der Ausstellung. Die große Welle, einerseits Schönheit, andererseits Kraft oder Gewalt der Natur symbolisierend, inspirierte zahlreiche europäische Künstler wie beispielsweise van Gogh, der seine eigene Version des Sujets malte.

Das Farbholzschnittverfahren eindrucksvoll dargestellt

Die Japaner verwendeten nicht wie die Europäer das Buchdruckverfahren mit seinen beweglichen Lettern, sondern fertigten Zeichenvorlagen für Text und Grafik an. Anschließend übertrug man die Zeichnungen auf Holztafeln aus Kirschholz. Mittels einer Walze wurde die Farbe auf den Druckstock aufgebracht und schließlich auf Papier abgedruckt. Bis zu 15 Holztafeln waren für die Erreichung der jeweiligen Farbnuancen notwendig. Die Ausstellung zeigt den detaillierten Entstehungsprozess solcher Werke, weshalb der Besucher ein eigenes Exemplar herstellen kann.

Originale in lichtgeschützten Schatzkammern

Die Ausstellunng besteht aus zwei Teilen: der Präsentation der Originale in drei lichtgeschützten sogenannten Schatzkammern und der zeitlichen und inhaltlichen Einordnnung der Holzschnittkunst Japans sowohl im Foyer als auch in den Seitenfluren des Treppenaufgangs. Hier hängen überlebensgroße Reproduktionen auf transparenten Trägern vor den Fenstern der Eingangshalle.

In den drei Schatzkammern mit den Originalen beeindruckten mich v.a. die Landschaftsdarstellungen wie auch die Szenen aus dem Alltag. Die Klarheit der Formensprache, die lediglich aus Strich und Farbflächen besteht, erinnert mich stark an die Comic-Darstellungen in meiner Jugend. Hier einige Ausschnitte aus den Holzschnitten:

Sehr sehenswert und noch bis 6. Juli geöffnet. Eintritt frei.

Übrigens: am 20. Juli findet am Teehaus im Englischen Garten das diesjährige Japan-Fest in München statt.

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