Alte Börse mit überraschendem Treppenhaus

Am Münchner Lenbachplatz steht ein fast quadratisches, neobarockes Geschäftshaus aus der Gründerzeit das den Besucher nicht nur von außen fasziniert: die Alte Börse mit überraschendem Treppenhaus.

Im letzten Blog ging es um eine Villenkolonie in Pasing, die für den wohlhabenden Münchner Mittelstand zum Ende des 19. Jahrhunderts eine noch erschwingliche Bleibe bot. Es war der Bauboom der sogenannten Gründerzeit, der zum Anstieg der Immobilienpreise in München führte. Einer der namhaften Archtekten dieser Zeit war Albert Schmidt (*1841, †1913). Er konzipierte zahlreiche Sakral- und Profanbauten in München. Dazu gehörten die Alte Hauptsynagoge München (erbaut 1888, zerstört 1938 durch die Nazis), die St.-Lukas-Kirche (1893-1896), das Kaufhaus Kustermann am Viktualienmarkt (1896-98) oder der Löwenbräukeller am Stiglmaierplatz (1883). Und eben das Gebäude für die Deutsche Bank am Lenbachplatz 2 (1896-1898), besser bekannt als Alte Börse nachdem die Münchner Börse hier viele Jahre residierte.

Heute beherbergt das Gebäude verschiedene Nutzer. Der für das Publikum geöffnete nördliche Eingang faszinierte mich wegen der schmiedeeisernen Türe (Foto Nr. 4). Noch mehr überrascht war ich, als ich das Treppenhaus sah: ein kühn geschwungener Aufgang. Von unten mutet er an wie eine Elypse, die sich um vier Stützen wickelt. Tatsächlich wechseln jeweils Steigungen mit Plattformen als Zugänge zu den vier Etagen ab. Mir ist nicht bekannt, ob dies eine Konstruktion aus dem Wiederaufbau des vom Krieg zerstörten Gebäudes ist. Die klare Formensprache des Treppenaufgangs entspricht nämlich keineswegs dem neobarocken Äußeren des Gebäudes. Auf jeden Fall eine Treppe mit Charakter und daher würdig in meine gleichnamige Fotosammlung aufgenommen zu werden.

Wer mehr Informationen zu diesem Treppenaufgang weiß, einfach in den Kommentar schreiben.

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4 Gedanken zu “Alte Börse mit überraschendem Treppenhaus

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