Die Compagnie Flip Fabrique aus Kanada präsentiert im GOP ihr Programm „Seasons“, eine akrobatische Darstellung der vier Jahreszeiten.
Neun Artistinnen und Artisten wirbeln in normaler Straßenkleidung vor einem auf der Bühne installierten alten Schuppen mit viel Energie und Gefühl durch die Luft. Zu Beginn der Show entspringen sie aus einer Überseekiste auf die Bühne. Man sieht, dass sie bei aller Anstrengung und Konzentration auch Spaß an ihrem Auftritt haben.
Ein optisches Highlight bietet die Comedienne Paula Alvalá, die mit ihrer Mimik und Komik das Leid der Skifahrer mit ihren langen Skiern lustig darstellt. Oder sie verschwindet in einem Riesenluftballon und schaut am Ende wie ein Wurm aus einem Apfel heraus. Als verschmähte Strandprinzessin und am Trapez hängend sorgt sie für die Lacher des Abends.
Remí Orset zeigt viel Geschick mit seinen Hebekünsten, die so leicht wirken, dass man sich fragt, woher die Kraft aus seinem unauffälligen Körperbau kommt. Seine gewohnte Partnerin Sanna Babou, mit der er normalerweise auf dem Einrad auftritt, fehlte an diesem Abend.
Das Zuschauen kann manchmal schmerzhaft sein, wenn man sieht, wie Alexander Mitin kunstvolle Figuren mit seinem Körper bildet und dabei seine Gliedmaßen verdreht. Glücklicherweise lösen sich die Knoten unfallfrei wieder auf. Das ist Körperkunst auf hohem Niveau.
Was auffällt: Die meisten Nummern haben wechselnde Besetzungen aus mehreren Artisten und sind nicht einfach aneinandergereiht. Den Zusammenhang der Nummern bildet die Abfolge der Jahreszeiten. Jeder Künstler beteiligt sich an den Auftritten der anderen. Nicht einzelnen Spitzenleistungen stehen im Vordergrund, sondern die gemeinsame Aktion. So zu sehen beim Tanz mit den roten Wasserbällen, bei der Schneeballschlacht oder beim kollektiven Seilspringen. Dies ist wohl das Verdienst der Regie von Maxime Perron in Zusammenarbeit mit der Compagnie und macht den Abend kurzweilig.
Die Aufnahmen entstanden vom Bühnenrand /-boden aus mit einem 24-70 mm / f 2,8 und 1/500 s. Dass Maxim Perron auch als Lichtkünstler gilt, ist dabei deutlich zu sehen.
Die Show im Münchner GOP ist noch bis zum 12. Juli zu sehen. Unbedingt sehenswert.














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