Der Frechensee südlich von Seeshaupt am Starnberger See ist ein Überbleibsel der letzten Eiszeit. Da er über keinen Zufluss verfügt, ist er auf Regenwasser oder die Schneeschmelze angewiesen und somit ein Seismograf für die Niederschläge im Voralpenraum.
Mitten in einer Eiszerfallslandschaft
Eigentlich führt der Frechensee im Schatten der Osterseen, einem beliebten Ausflugsziel südlich des Starnberger Sees gelegen, ein Schattendasein. Mit diesen hat er seinen gemeinsamen Ursprung: eine Eiszerfallslandschaft, entstanden vor ca. 17.000 Jahren (siehe auch den Blog zum Kirchsee). Die Gletscher zogen sich zurück, einzelne Eisblöcke trennten sich ab, aus denen sich nach der Schmelze sogenannte Toteisseen entstanden. Ein solcher ist der Frechensee. Mehr noch, im Gegensatz zu den benachbarten Osterseen, die durch die Ostersee-Ach mit Frischwasser versorgt werden, verfügt der Frechensee über keinen Zufluss. Er speist sich aus Regenwasser und der Schneeschmelze.
Und hier sind wir beim Klimawandel. Der im Durchschnitt nur rund zwei Meter tiefe, 500 Meter lange und 300 Meter breite See fällt trocken, wenn der Regen lange Zeit ausbleibt. In den extrem trockenen Sommern der letzten Jahre bleiben vom See nur große Flächen von Schlick und Schlamm übrig. Er ist somit ein zuverlässiger Seismograph für die Niederschläge im Voralpenraum. Aktuell ist der See gut gefüllt, ein Ergebnis der größeren Niederschlagsmenge in diesem Winter.
Wenig bekannt, Selten besucht
Der Frechensee lässt sich leicht mit einer knapp fünf Kilometer weiten Wanderung umrunden (Kleine Frechensee-Runde). Der Weg führt durch Mischwälder durch eine sanfte Hügellandschaft, vorbei an Moorflächen und kleineren Toteistümpeln. Da Ausflügler ihn nur selten als Ziel wählen, begegnet man bei der Runde nur wenigen Wanderern. Zum Baden ist der See wegen seiner geringen Tiefe allerdings nicht geeignet.
Für Fotografen lohnenswerte Motive gibt es vielfältig: die Moortümpel, die kleine Halbinsel im Osten, allerlei Totholz und vor allem Spiegelungen. Da der See windgeschützt liegt, bleibt die Seeoberfläche meist spiegelglatt.
Hier einige Eindrücke von der Landschaft um den See zu zwei verschiedenen Jahreszeiten: jetzt am Ende des Winters und im Frühsommer.
Der See im Februar:







Der See im Mai:





Ein herrliches Idyll!
Hallo Horst, genau das ist es, v.a. auch weil noch kein INSTAGRAM-Hotspot. Liebe Grüße Jürgen
Da kann man nicht widerstehen als Fotograf, so viele Motive. Wahrscheinlich MUSS man sich stundenlang dort aufhalten, weil es so abwechslungsreich ist. Die Bilder sprechen dafür!
Liebe Grüße,
Syntaxia
Hallo Syntaxia, ja wahrscheinlich gibt es da eine tolle Morgenstimmung. Bis ich von München dort bin, ist der Nebel sicher weg 😉. Liebe Grüße Jürgen