Die Erlinger Flur ist eine typische oberbayerische Kulturlandschaft im Schatten von Kloster Andechs. Besonders im Frühling hat es seinen Reiz: eine Wanderung durch die Ehrlinger Flur.
Miltärposten der Römer
Das Kloster Andechs, auf einer Anhöhe am Ammersee gelegen, kennt in Bayern fast jeder. Wer dorthin gelangen will, durchfährt kurz davor den kleinen Ort Erling. Was Erling zu bieten hat? Eine lange Geschichte, denn der Ort lag zu Zeiten der Römer an einer wichtigen Verbindungsstraße von Kempten nach Salzburg. Die heutige Straße hat noch die alte Linienführung. Doch von der Zeit der Römer ist nichts verblieben. Lediglich eine Säule, errichtet vom Erlinger Heimatverein, erinnert an diese Zeiten. Neben einer Vergangenheit schon aus Römerzeiten und damit einer viel längeren Geschichte als die des Klosters, bietet Erling heute einen beschaulichen Wanderweg durch seine Flur.
Der Mensch und die Landschaft
Die Idee zu dem rund 2,7 km langen, gut begehbaren Wanderweg entstand vor ca. fünf Jahren. Durch Tafeln entlang des Weges erfährt man viel über die Landschaftsgeschichte, die Nutzung durch die Landwirtschaft, den Einfluss der Menschen und des Klimas auf die Natur.
Klinisch saubere Felder
Wir sind den Weg am ersten heißen Sonntag in diesem Jahr Anfang April (!) gegangen. Wir genossen neben der Sonne den weiten Blick über die hügelige Kulturlandschaft, die aufgehende Saat auf den Feldern und die blühenden Bäume. Wenn man die Tafeln am Wegesrand genauer studiert und mit den Feldern rundherum vergleicht, kommen einem Zweifel an der Art, wie wir heute unsere Ernährung erzeugen. Die Erläuterungstafeln stellen eine bunte Vielfalt, insbesondere an Insekten dar. Die Realität sieht anders aus: klinisch saubere Felder, bei deren Anblick ich mich frage, ob hier überhaupt ein Insekt noch überlebt. Bestenfalls an den schmalen Rändern, insbesondere hin zum Buchenwald, wo auch die Aufnahmen mit den Frühjahrsblühern entstanden, erlebt man „Natur“.
Das Kloster dominiert die Gegend und ist von jeder Stelle der Wanderung aus zu sehen. Es stellt auch Ausgangs- und Endpunkt der Wanderung dar (kostenloser Parkplatz vor dem Klosterberg). Wer Lust auf Bier, deftiges Essen und viele Menschen hat, kann sich nach der Wanderung in die klösterliche Gastronomie begeben. Wir genossen lieber die Stille des Weges und gönnten uns zum Abschluss ein Eis unten am Ammersee – mit nicht weniger Trubel.
Einen weiteren Tipp für eine Frühlingswanderung in Ammerseenähe findest du hier.













