Residenz München

Grüne Rabatte am Max-Josef-Platz

Die Aussage, München sei die nördlichste Stadt Italiens, trifft, wenn überhaupt, v.a. auf den Max-Josef-Platz zu. Aktuell gibt es wieder einen neuen (alten) Entwurf für die Neugestaltung des Platzes: Grüne Rabatte am Max-Josef-Platz !?

Italienischer Platz Par Excellence

Die historischen Gestaltungsvorlagen bei der Errichtung des Platzes fand man in Rom (Piazza del Campidoglio) und in Florenz (Piazza della Santissima Annunziata). An seiner Nordseite steht der Königsbau der Wittelsbacher, die Residenz, ein Renaissancebau, von den Medici (Palazzo Pitti) abgekupfert. An der Ostseite dominiert das klassizistische Nationaltheater mit monumentaler Treppe den Platz. Im Süden grenzt der Arkadengang des ehemaligen Stadtpalais Toerring-Jettenbach (Vorbild: natürlich Florenz) an den Platz. Lediglich im Westen des Platzes befinden sich Bürgerhäuser. In der Mitte sitzt der Namensgeber des Platzes: Maximilian I, Josef von Bayern auf einem Stuhl. Er lehnte es zu Lebzeiten ab, auf diesen „Kackstuhl“ (O-Ton) präsentiert zu werden, daher verschob man die Errichtung bis zehn Jahre nach seinem Tod.


Der autogerechte Platz

In den 60er Jahren, die Älteren unter uns erinnern sich noch an das Motto von der „autogerechten Stadt“, errichtete man ein unterirdisches Parkhaus mit einer spindelförmigen Zufahrt an der Nordwestecke des Platzes. Die Opernbesucher konnten dadurch bei schönem Wetter standesgemäß vor die Operntreppe fahren oder bei Regen trockenen Fusses aus dem Parkhaus in die Oper gelangen. Der Platz selbst wurde mit Kopfsteinpflaster versiegelt.

Endlose Debatten

Seit Jahren schon ist eine Diskussion im Gange, den Platz so umzugestalten, daß man sich hier aufhalten kann und nicht nur in die Tiefgarage fahren oder Selfies für die Lieben zuhause schießen mag. Aber es fehlt an Geld (Umbau der Tiefgaragenzufahrt) und an einem konsensfähigen, zukunftsweisenden Gestaltungsentwurf. Jetzt hat der Stadtrat sich für eine Interimslösung entschieden: grüne Rabatte statt Kopfsteinplaster nach einem rund 200 Jahre alten Gestaltungsentwurf: hier die Ansicht. Realisierung aber Bitteschön erst ab 2025, die Automobilmesse braucht den Platz 2024 noch einmal und München die damit einhergehenden Mieteinnahmen. Und nach der Interimslösung? Da geht die Diskussion wieder weiter. Vielleicht kommt dann mehr zustande als grüne Rabatte.


Wie so oft ist das Licht entscheidend, wie man einen Platz empfindet. Dass der an Regentagen etwas trostlose Platz in der Abenddämmerung oder bei Nacht ganz anders wirken kann, zeigen die nachfolgenden Bilder.

PS: Bilder zu einen anderen, bereits umgestalteten Platz in München gibt es hier: Sankt-Jakobs-Platz

2 Gedanken zu “Grüne Rabatte am Max-Josef-Platz

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