Baustellen sind meist unangenehm, behindern sie doch den Verkehr. Derzeit habe ich das Gefühl: Ganz München ist eine Baustelle.
Der August ist in München bekannt dafür, dass die Straßen zur Rushhour weniger verstopft sind, weil viele im Urlaub sind. Gleichzeitig finden jedoch viele Straßenarbeiten statt. Diese saisonale Veränderung wird in diesem Jahr von einem anderen Eindruck überlagert: Ganz München ist eine Baustelle.
Der Eindruck entsteht, dass überall im Stadtzentrum gebaut wird. Dies beginnt mit dem Hauptbahnhof, von dem nur noch die Gleishalle übrig ist. Es geht weiter mit den Ruinen von Karstadt und der Alten Akademie, von der nur noch die Frontfassade steht, bis zum Marienhof, wo ein S-Bahnhof für die zweite Stammstrecke in 40 Metern Tiefe gebaut wird.
Ist das noch nicht genug, entsteht auf der Fürstenrieder Straße eine neue Tram-Linie, und in der Schwanthaler Straße werden Leitungen für die Fernwärme verlegt. Außerdem wird die U5 zwischen Laim und Pasing verlängert, was den Verkehr in den Morgen- und Abendstunden weiter belastet.
Wohlgemerkt geschieht das alles neben den notwendigen Reparaturen an der alten öffentlichen Infrastruktur, einer aktiven Bautätigkeit im privaten Sektor und in den neuen Stadtteilen am Stadtrand. Es gibt keine offiziellen Statistiken über das aktuelle Baugeschehen in München, aber ich habe das Gefühl, dass es derzeit einen Höhepunkt in den letzten dreißig Jahren gibt, in denen ich hier lebe. Wenigstens tun wir etwas für unsere künftigen Generationen.
Heute zeige ich euch keine touristisch oder architektonisch interessanten Gebäude sondern Baustellen, monochrom und passend zur Hitzewelle in kaltem Blau-Schwarz.











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Man möchte den Baustellen fast dankbar sein, sind doch ein paar tolle Bilder entstanden. Danke für die Einblicke in meine Herzensstadt – ich liebe München und war schon viel zu lange nicht mehr da.
Ja, dankbar wegen der Motive und der Infrastrukturprojekte, denn München wächst rasant.
Lieber Jürgen,
das geht nicht nur dir in München so, dieses Gefühl kennen viele. Scheinbar kommen jetzt die Milliarden der Investitionsoffensive bei den Bürgern spürbar an.
Liebe Grüße, Horst
Lieber Horst,
ja, wir haben zu lange von der Substanz gelebt. Man kann nur hoffen, daß die Einsichten nicht zu spät gekommen sind.
Liebe Grüße Jürgen