In diesem Jahr feiert das Münchner Künstlerhaus sein 125-jähriges Bestehen. Es hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Faszinierend vor allem der nach Kriegszerstörung wieder hergestellte Treppenaufgang zum großen Festsaal: 125 Jahre auf und ab.
Ein Haus für Münchens Künstler …
Ein eigenes Haus von und für Künstler, diesen Wunsch verfolgten die Verantwortlichen schon seit der Mitte des 19. Jahrhunderts. Aber erst der künstlerische und wirtschaftliche Erfolg der Gründerzeit ermöglichte seine Realisierung. Im Jahr 1900 wurde das Künstlerhaus schließlich feierlich eingeweiht. In der Gründungsurkunde heißt es : „München eine Ehre, den Künstlern ein Stolz, der Kunst ein Kleinod“. Das von dem Architekten Gabriel von Seidl im Stil der Neorenaissance errichtete Gebäude besteht aus einem Haupttrakt, der von einem Arcadenhof umgeben ist. Den Kern des Gebäude bildet der über zwei Etagen reichende Festsaal. Im Hauptgebäude befinden sich weitere Sitzungsräume, Musikzimmer, eine Bibliothek, Restauration bis hin zu einer Kegelbahn im Keller.
… mit imposantem Treppenhaus
Heute betritt man das Künstlerhaus über den Arkadenhof durch den Nordeingang. Man gelangt in ein reich ausgestattetes Vestibül im Erdgeschoss (Bild 2). Von hier aus führt die breite Haupttreppe aus rotem Adneter Marmor in den ersten Stock zum Eingang des Festsaals (Bilder 2 – 5). Beim Aufstieg nimmt man das bemalte Klostergewölbe mit Stichkappen für die Fenster wahr. Das Laubendekor im Gewölbe stammt von den Malern Julius Mössel (1871-1957) und Karl Selzer (1872-1939). Das Treppenhaus ist mit Wandleuchtern, Gemälden und Spiegeln versehen.
… und einer wechselvollen Geschichte
Die Freude über ein eigenes Haus für die Münchner Künstler währte nicht lange, da die Künstlervereinigung permanent Geldsorgen plagten. Die Baukosten mussten abbezahlt werden. Die Einnahmenseite schrumpfte durch Kriegsereignisse und Weltwirtschaftskrise. Schließlich verpachtete die Künstlervereinigung den Bau. Die Nazis übernahmen in den 1930er Jahren mit Hilfe der Reichskammer der bildenden Künste die Kontrolle. Im Krieg stark beschädigt, wurde das Gebäude 1945 von der amerikanischen Besatzungsmacht beschlagnahmt. Der Wiederaufbau begann 1955 und endete mit vielen Zwischenstufen erst 1998. Heute gehört das Künstlerhaus einer Stiftung und finanziert sich nur aus privaten Mitteln – ohne Zuschüsse von Stadt und Land. Das Auf und Ab kennzeichnete die bisherige 125-jährige Geschichte.
Das Treppenhaus gehört zweifellos zu den Münchner Treppen mit Charakter und damit in meine gleichnamige Fotosammlung.









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