Das Botanikum im Münchner Stadtteil Moosach steht vor dem Aus. Es endet eine jahrzehnte lange Kooexistenz von Natur und Kunst. Zum Abschied gab es eine große Ausstellung und offene Ateliers: Botanikum – The End.
Aus. Vorbei. Oder wie es die Künstler selbst nennen, „The End“. Am vergangenen Wochenende fand die große Abschiedsausstellung im Botanikum statt. Nach Jahrzehnten kreativen Schaffens in den ehemaligen Gewächshäusern, müssen die noch verbliebenen rund 30 Künstler ihre Ateliers räumen.
Natur, Kunst und Event
Aus einem 1935 gegründeten Gärtnereibetrieb entwickelte die Familie Bunzel 1985 ein Kreativquartier, das über bald 40 Jahre Bestand hatte. Es war Eventlocation, Dienstleister für Veranstaltungen, Winterdepot für empfindliche Pflanzen und Vermieter für dutzende kleiner Ateliers in den Glashäusern des ehemaligen Gartenbaubetriebs. Mit kreativen Neujahrskarten nahm sich die Familie Bunzel selbst auf die Schippe, ein Blick in den Link lohnt sich.
Und warum nun die Räumung? Das Gelände hat inzwischen neue Eigentümer, der Bebauungsplan für den Stadtteil wurde geändert. Zum einen sollen nebenan 600 Wohnungen entstehen, die in München dringend gebraucht werden, sowie eine Grundschule und eine Kita. Dort wo heute noch die Gewächshäuser stehen, soll ab 2027 eine Ausgleichsfläche für die Bebauung hergerichtet werden, eine Parkanlage für die Anwohner. An unterstützenden Worten der Politik für die Fortexistenz der Künstlerkolonie mangelte es nicht, doch gegen Wohnungsbau und Infrastruktur im boomenden München läßt sich nur schwer argumentieren. Eine Sanierung der Gewächshäuser wäre darüber hinaus wirtschaftlich nicht darstellbar.
Für die rund 30 Künstler wird es nicht einfach sein, bezahlbare Alternativen in München zu finden. Doch selbst wenn: die Gemeinschaft, die gegenseitige Inspiration wird ihnen fehlen. Die unten stehenden Fotos gewähren einen letzten Blick in die Kreativwerkstätten der Künstler. Im Herbst sollen die Bagger anrücken.
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Lieber Jürgen,
schön, dass du die Erinnerung an diesen außergewöhnlichen Ort mit deinen tollen Fotos festgehalten hast.
Liebe Grüße Horst
Lieber Horst, vielen Dank. Solche Orte verschwinden leider zunehmend und damit auch die Startchancen junger Künstler. Liebe Grüße Jürgen