Beuerberg: Innere Einkehr mit Komfort

Nach umfangreicher Sanierung öffnete das Kloster Beuerberg im Juni 2025 wieder seine Pforten. Beuerberg: Innere Einkehr mit Komfort.

Aufwändige, aber gelungene Sanierung

Viele Jahre hat die Sanierung des Klosters auf einer Anhöhe bei Beuerberg hoch über der Loisach gedauert, was sich u.a. in den Kosten niederschlug. Es wird berichtet, die Diözese München-Freising habe hierfür einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag investiert. Als ich 2021 das Kloster anlässlich der Ausstellung Von Kommune 1 bis 1121 besuchte, waren einige Gebäude noch hinter Gerüsten verborgen. Im Juni 2025 öffnete dann das Kloster wieder seine Pforten. Es entstand nicht nur ein repräsentatives Seminar- und Veranstaltungszentrum, sondern ein öffentlich zugänglicher, stilvoll und authentisch restaurierter Klosterbau mit Zugang zu Kreuzgang, Bibliothek und den alten früheren Nutzräumen.

Traditionelle Verbindung von Geistlichem und Weltlichem

Bis zur Säkularisation dienten die Chorherren seelsorgerisch außerhalb der Klostermauern und kehrten abends wieder ins Kloster zurück. Die etwa ein Dutzend Mönche brachten der ländlichen Bevölkerung Arbeit und Bildung aufs Land. Sie schufen neue Siedlungsformen, wie etwa das Stiftsdorf zur Versorgung des Klosters, übten die niedere Gerichtsbarkeit aus und sorgten für die Grundschulbildung der ländlichen Buben. Die Chorherren folgten zwar dem Zölibat (geistliche Strenge), andere leibliche Genüsse, wie gutes Essen und Trinken, waren ihnen aber nicht fremd. Das schlug sich auch in der sinnlichen barocken Architektur nieder, die wir heute in neuem Glanz besichtigen können. Die Auflösung des Klosters durch die Säkularisation machte sich unmittelbar im Arbeitsangebot und v.a. im Bildungsniveau der Landbevölkerung bemerkbar.

Fortsetzung der Tradition

Wer als Tagesbesucher oder Wanderer zum Kloster Beuerberg kommt, der kann, wie einstmals die Chorherren, im ehemaligen Refektorium (Speisesaal) den leiblichen Genüssen frönen. Passend dazu prangt an der Stirnseite des Saales ein riesiges Gemälde vom letzten Abendmahl. Auf den „Bierfilzln“, wie die Bayern sie nennen, auf denen das köstliche Bier serviert wird, steht groß: „Innere Einkehr“. Für diejenigen, welche die innere Einkehr auch längere Zeit durchhalten wollen, stehen 25 Klosterzellen bereit. In einem „kirchlichen Kulturzentrum mit erstklassigem Hotel, Seminarhaus und Ausstellung“, wie es im O-Ton des Klosters heißt.

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