Neustart im Seniorenheim

Almedin Softic und seinen Schichtkollegen treffen wir vor Beginn der Nachtschicht vor dem Seniorenheim Haus Heilig-Geist der Münchenstift. Wir sind verabredet um ihn während seiner Nachtschicht als Pfleger zu begleiten, eine weitere Station in unserem Projekt „Nachtschicht in München“.

#ausgehetzt

Kreativ, bunt, eindeutig. Unter dem Motto #ausgehetzt“ demonstrierten mehrere zehntausend Menschen in München am Sonntag, 22.07. bei teils strömenden Regen gegen Ausgrenzung, Hass und Spaltung der Gesellschaft durch die in Bayern regierende CSU und deren Führung. Mit teils selbst gemalten Schildern wurde die Unmenschlichkeit der aktuellen Politik gegenüber den Flüchtlingen angeprangert.

CSD-München – vielfältig und politisch

csd_18__JS59560Der alljährliche Umzug zum Cristopher Street Day (CSD) durch die Münchner Innenstadt gestaltete sich 2018 zu einer bunten Parade von bekannten Darstellern aus der Community aber vor allem zu einem klaren Bekenntnis zu einer offenen, toleranten und vielfältigen Gesellschaft. Mehr namhafte Unternehmen denn je beteiligten sich mit Umzugswagen an der Parade und man hatte den Eindruck, dass die queeren Mitarbeiter zum Mitmachen auch zahlreiche unterstützende Kollegen gewonnen hatten.

Beim Döner vereint

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Die jungen Männer, zwischen 21 und 27 Jahre jung, zusammen mit ihrem Schichtführer für die Spätschicht Ersin laden mit ihrem Lachen ein, am Dönerstand Oliva im Untergeschoss der Münchner Freiheit anzuhalten.

Doch hinter jedem dieser scheinbar so fröhlichen Gesichter verbirgt sich ein trauriges Schicksal. Mit knapp 20 Jahren alleine aus Pakistan geflohen. Nach dem Abitur aus der Heimat in der Türkei geflohen, ohne Aussicht darauf den Berufswunsch Apotheker hier in Deutschland zu erreichen. Vor dem Krieg aus Afghanistan geflüchtet, hoffen auf Einbürgerung nach fünf Jahren. Der Wunsch, einen deutschen Pass zu bekommen, um ungefährdet einmal wieder die Heimat besuchen zu können.

Quick Snack im Untergrund

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Quick Snack im Untergrund

„Ich brauche die Sonne“, meint Tsonka Mateva, als sie sich zum Interview einen Stuhl im Café aussucht. Kein Wunder, kommt sie doch aus der sonnenverwöhnten Hauptstadt Bulgariens, Sofia. Überhaupt macht Sie einen zuversichtlichen Eindruck, wie jemand, der Herausforderungen gerne annimmt. So auch die sprachlichen. Nach einem dreiviertel Jahr in der Schweiz, war sie in München doch überrascht, dass deutsche Sprache so verschieden sein kann. Seit gut neun Monaten lebt und arbeitet Sie hier in München. Morgens zur Sprachschule, für den „B1-Abschluss“ gelernt, nachmittags dann als Verkäuferin im Coffee-Shop auf dem Bahnsteig unter dem Odeonsplatz.

Blumen im Vorübergehen

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Wer durch den U-Bahnhof Sendlinger Tor in München geht, trifft auf einen hell erleuchteten Stand mit bunten, duftenden Blumen. Die Karimis, die den Blumenstand seit 2006 betreiben, kamen in der zweiten Hälfte der 90er Jahre aus Afghanistan nach Deutschland. Die sechsköpfige Familie wohnt seit ihrer Ankunft in Deutschland in München. Anregungen, in das Geschäft mit Blumen einzutreten erhielt Mariam Karimi zunächst durch ihren Mann, der bereits in Kabul einen Blumenhandel betrieben hatte und zwischenzeitlich in verschiedenen Gärtnereien arbeitete.

Kanaler trotzt der Angst vor der Dunkelheit

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Wir lernen Nuretin Turan (40 J.) als einen aufgeschlossenen, fröhlichen Menschen kennen, der mit Freude bei der Arbeit ist. Man sieht es ihm an.

Mit dreizehneinhalb Jahren zieht er mit seiner Familie dem Vater von der Türkei nach Deutschland. Zunächst besucht er die Übergangsklasse, da seine Deutschkenntnisse noch nicht ausreichen für den regulären Unterricht. Nach dem Ende der Schulzeit beginnt er bei der Deutschen Bahn eine Lehre als Industriemechaniker. Doch da das Einkommen des Vaters gerade für die Miete reicht, muss er die Ausbildung abbrechen, um zum Lebensunterhalt der Familie, er hat drei Geschwister, beizutragen.