Ende des Overtourism in Barcelona?

Wer die Schlagzeilen aus Barcelona vor der Zeit der Corona-Krise noch vor Augen hat, weiß, dass sich die Einwohner massiv gegen die Touristenströme v.a. wegen der vielen Tages- und Kreutzfahrttouristen zur Wehr setzten. Das Wort vom „Overtourism“ machte die Runde und die Forderung nach „nachhaltigen Tourismus“ wurde laut.

Barlow. Frontier

Es erscheint mir wie eine Erlösung, das kleine Ventil, das sich letzte Woche trotz Pandemie geöffnet hat: hurra, wir dürfen wieder Kunst betrachten. Schnell Ticket reservieren für einen Zeit-Slot von zwei Stunden und Eintauchen in die Kunstwelt: die Restrospektive der englischen Künstlerin Phylida Barlow im Haus der Kunst in München.

Riversurfen

(Special Locations in München)

München ist wohl unbestritten die Riversurf-Hauptstadt der Welt. Die Flusswelle auf der Isar in der Nähe des Hauses der Kunst, auch Eisbachwelle genannt, gilt als die am meisten besuchte Flusswelle der Welt. Jetzt wo die ersten Sonnenstrahlen herauskommen, wächst der Andrang der Surfer auch in Corona-Zeiten, vielleicht gerade deswegen, weil sonst nicht viele Events stattfinden. Aber Vorsicht ist geboten: die Welle ist nichts für Anfänger. Freude und Anspannung in den Gesichtern liegen nahe beieinander.

Pandemie als Boost

Unser Bildungswesen erhält derzeit einen Digitalisierungsschub ohne Gleichen. Die Chefs in den Büros lernen, dass ihre Mitarbeiter auch ohne Kontrolle im Homeoffice produktiv sind. Bisher vernachlässigte Berufe im Pflegebereich gewinnen neue Anerkennung. Nur drei Beispiele, wie die Pandemie bislang vernachlässigte Themen schonungslos offenlegt. Und was passiert in unseren Innenstädten?

Weihnachtslieder to go

Wenn schon derzeit keine Konzertbesuche möglich sind, dann gehen die Musiker eben zu ihren Zuhörern. So das Hornquartett der Münchner Philharmoniker, die eine kleine Tournee durch Münchner Seniorenheime veranstalteten. Die Seniorinnen und Senioren freut es, den exzellenten Musikern direkt von ihrem Fenster oder der Hausterrasse aus den weihnachtlichen Liedern zuhören zu können. Und anders als im Konzertsaal ist mitsingen ausdrücklich erwünscht. Die Musiker*innen: Mia Schwarzfischer, Ulrich Haider, Alois Schlemer und Hubert Pilstl.

Auf Stelzen – mit Abstand

Welchen Vorteil haben Stelzen? Sie halten uns in Zeiten der Pandemie auf Abstand. Trotzdem möchte ich nicht tauschen mit den beiden Stelzentänzerinnen, die am vergangenen Montag ihre Perfomance im stockdunklen Innenhof des Seniorenheims Heilig-Geist der MünchenStift aufführten.

Kunst im lockdown

Bevor in München die Ausgangsbeschränkungen verschärft wurden, bot sich noch die Gelegenheit eine beeindrückende Videoinstallation anzusehen. Für diejenigen, die in der Innenstadt wohnen, kann man noch bis 14.02. gut einen Spaziergang dorthin unternehmen, allerdings derzeit wegen der Sperrstunde nur bis 21 Uhr. Das Team um die Viedeokünstlerin Betty Mü bringt die Kunst der Museen des Kunstarreals um den Königsplatz auf die Außenwände. Nach dem Motto: wenn man schon nicht reinkommt, kann man wenigstens sehen, was drinnen verborgen ist.

Die Wiederentdeckung der Langsamkeit

Beim Rückblick auf das eigene fotografische Jahr 2020 stellt sich wohl jeder die Frage, wie hat die Corona-Pandemie die eigene Fotografie verändert? Als erstes fällt mir auf, dass ich viel weniger Bilder gemacht habe. Klar, das Reisen in ferne Länder, wo allein wegen der Neuheit schon mehr Bilder aufgenommen werden, war gestrichen. Außerdem fehlten in diesem Jahr viele Veranstaltungen, seien sie öffentlich oder privat. Und in der Streetfotografie war ich es auf Dauer leid, Menschen mit Schutzmasken abzulichten. Was ist nun geblieben?

Oansno (dt.: eins noch)

Die Freude an ihrem ersten Freiluft-Auftritt nach der langen Corona-Pause ist an ihren Gesichtern abzulesen. Menya (Trompete), Michi (Gesang und Akkordeon), Franz (Tuba) und Phil (Bierwagerl-Schlagzeug) von der Band Oansno konnten erstmals wieder zusammen spielen und das vor ausgewähltem Publikum.