Die lange Auszeit zum Jahreswechsel bietet genügend Gelegenheiten, die zahlreichen Baggerseen im Münchner Umland zu umrunden. Das Erscheinungsbild der Seen bietet je nach Wetterlage einen komplett anderen Bildeindruck. 3 × Winterstimmung am Baggersee.
Dramatisches Wechselspiel am Himmel
Eine Kaltfront zieht herauf. Das Wetter ändert sich und bestimmt damit die Dramaturgie am Himmel. Ein beeindruckender Kontrast der Wolkenn zum dunklen Horizont entsteht. Diese sind sehr plastisch geformt und spiegeln sich perfekt im ruhigen Wasser des Baggersees. Das klassische Szenario für die Schwarzweißfotografie.



Sanfte Übergänge Richtung weiß
Die Hochdrucklage ist stabil, es herrscht eine Inversionswetterlage. Das, was wir als „grauen Winter“ verstehen. Am Boden ist die Luft kalt und feucht. Es herrscht Nebel, der sich oft bis in die Mittagszeit hält, manchmal auch den ganzen Tag. Besonders im feuchten Norden Münchens (ehemalige Moorgebiete) sind diese Wetterlagen verbreitet. Über dem Baggersee wabern die Nebelschwaden. Es herrscht weiches, schattenloses Licht. Die Kontraste sind schwach; Himmel und Horizont verschmelzen. Gelegenheit für minimalistische Aufnahmen.



Starke Kontraste vor ruhigem Himmel
Wir haben starken Frost. Die Wetterfrösche würden sagen: kontinentale Kältehochdrucklage. Der Himmel ist tiefblau, es sind höchstens feine Eiswolken zu sehen. Damit der Himmel etwas strukturierter erscheint, suche ich mir manchmal herabhängende Zweige für das Bild aus. Das Licht ist hart, die Luft klar. Kurz vor Sonnenuntergang breiten sich die dunklen Schatten der Bäume wie lange schwarze Finger über den Schnee aus. Es ist dann die Zeit für Gegenlichtaufnahmen. Das Sonnenlicht bricht sich in den Ästen und erzeugt bei der richtigen Blende schöne sternförmige Strahlen.




Dieser Blogbeitrag ist u.a. die Erfüllung einer Zusage an Horst (siehe Fotografieren im November: Tipps für stille Uferszenen), der meine Blogs regelmäßig kommentiert. Vielen Dank dafür.
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Alle drei Wetterstimmungen haben ihren Reiz. Ich finde sie auch passend zur S/W Fotografie.
Die Bilder mit den Spiegelungen im Wasser gefallen mir sehr!
Auch die Nebelstimmung bringt Stille, die ich mit dem Winter als sehr passend empfinde.
Bei den letzten Bildern kommt die tief stehende Sonne den Impressionen zu Gute und lenkt von der Härte ab, finde ich.
Liebe Grüße,
SyntaxiaSophie
Hallo SyntaxiaSophie,
genau um die Verschiedenheit der Winterstimmungen ging es mir. Im Sommer sind wir differenzierter, als bei der Betrachtung des Winters.
Liebe Grüße Jürgen