Ruhig bleiben. Manchmal aber lauter werden.

_JS55017_u_bahn_muc_17
Ein echter Münchner. Und schon eine halbe Ewigkeit im öffentlichen Personennahverkehr. Klaus Ernst kam bereits 1985 dazu. Zunächst bei der Straßenbahn, also oberirdisch. Da ist der Stress größer als unter der Erde. Unten, bei den U-Bahnen, sind es v.a. die Passagiere auf die man als Fahrer ein Auge haben muss. Oben sind es noch die anderen Verkehrsteilnehmer. So ging er 1993 als U-Bahnfahrer unter die Erde, was seiner Gesundheit zuträglicher war. „Ich geh nimmer rauf“ sagt er definitiv.Macht ihm der ständige Wechsel von hellem Bahnhof und spärlich beleuchteter Tunnelröhre nichts aus? Nein, meint er. Aber am liebsten sind ihm die langen Strecken. Da vergeht die Zeit schneller und man hat bei manchen Strecken am Ende auch die Chance, ans Tageslicht zu fahren.

Quick Snack im Untergrund

_JS50277_cuccis_17-Bearbeitet
Quick Snack im Untergrund

„Ich brauche die Sonne“, meint Tsonka Mateva, als sie sich zum Interview einen Stuhl im Café aussucht. Kein Wunder, kommt sie doch aus der sonnenverwöhnten Hauptstadt Bulgariens, Sofia. Überhaupt macht Sie einen zuversichtlichen Eindruck, wie jemand, der Herausforderungen gerne annimmt. So auch die sprachlichen. Nach einem dreiviertel Jahr in der Schweiz, war sie in München doch überrascht, dass deutsche Sprache so verschieden sein kann. Seit gut neun Monaten lebt und arbeitet Sie hier in München. Morgens zur Sprachschule, für den „B1-Abschluss“ gelernt, nachmittags dann als Verkäuferin im Coffee-Shop auf dem Bahnsteig unter dem Odeonsplatz.

Kanaler trotzt der Angst vor der Dunkelheit

b&w_08

Wir lernen Nuretin Turan (40 J.) als einen aufgeschlossenen, fröhlichen Menschen kennen, der mit Freude bei der Arbeit ist. Man sieht es ihm an.

Mit dreizehneinhalb Jahren zieht er mit seiner Familie dem Vater von der Türkei nach Deutschland. Zunächst besucht er die Übergangsklasse, da seine Deutschkenntnisse noch nicht ausreichen für den regulären Unterricht. Nach dem Ende der Schulzeit beginnt er bei der Deutschen Bahn eine Lehre als Industriemechaniker. Doch da das Einkommen des Vaters gerade für die Miete reicht, muss er die Ausbildung abbrechen, um zum Lebensunterhalt der Familie, er hat drei Geschwister, beizutragen.