Die Fotoausstellung zeigt am Beispiel des südlichen Atlasgebirges Landschaften und Menschen, die sich selbst als Berber sehen und ihr Leben vor allem als Bauern und (in den trockeneren Regionen als) Halbnomaden führen.

Die beiden Fotografen Siegfried Göckel und Jürgen Schulze bereisten in Marokko das Gebiet südlich des Atlasgebirges, den sogenannten Anti-Atlas, bis hin zu den Wüstenregionen an der algerischen Grenze und besuchten u.a. Halbnomaden, die den Sommer über in den Weidegebieten in Höhlen oder Zelten leben. Wenn die Ernte in den Oasentälern im März/April eingeholt ist, ziehen diese Berberfamilien mit ihren Viehherden in die Bergregionen oder wüstennahen Gebiete wo Gräser, Kräuter u.v. Wasser noch ausreichend zur Verfügung stehen.

Ausstellungstermine und Orte folgen in Kürze.

Mit Berber bezeichnet man eine Gruppe indigener Ethnien, die vorwiegend im nordwestlichen Afrika, insbesondere in den Maghrebstaaten Marokko, Algerien, Tunesien, Libyen und Mauretanien leben. Sie selbst nennen sich Amazigh (freie Menschen). Da sich die Berber in den vergangenen Jahrhunderten sehr stark mit der eingewanderten arabischen Bevölkerung vermischt haben, ihre Sprache und Kultur in der Nachkolonialzeit arabisiert wurde, lässt sich ihr Bevölkerungsanteil heute nur schätzen. Diese gehen für Marokko von etwa 45% aus (Quelle: Wikipedia). 

Während der Wanderschaft mit den Herden leben die Berber in Zelten oder Höhlen und sind von den normalen zivilisatorischen Annehmlichkeiten weitestgehend abgeschnitten. Die Berberfamilien im Antiatlas gehören zu den Ärmsten der Armen in Marokko. Ihre Sprache (Tamazight) durfte bis zur Verfassungsreform 2011 in den Schulen nicht unterrichtet werden, ihre uralten Rechte werden von den marokkanischen Behörden nicht anerkannt sondern durch Landnahme beschränkt. Der Schulbesuch ist für die Kinder nur möglich, wenn sie während der Wanderschaft bei Verwandten in den Dörfern unterkommen. Daher ist die Analphabetenrate noch höher als im ohnehin hohen marokkanischen Durchschnitt, der auch zum 20. Thronjubiläum von König Mohammad VI landesweit bei 32% liegt.

Manchen Berbern, die nicht vor der Armut in die Städte des Nordens oder gar nach Europa fliehen, gelingt es, sich teilweise aus den prekären Verhältnissen zu befreien, sei es als Fremdenführer durch die Sanddünen, oder als Musiker bei der Wiederentdeckung traditioneller Stammeskultur. Auch dafür zeigt die Ausstellung Beispiele.


2 Kommentare

    1. Hallo Nordlicht, nein ein Starttermin steht noch nicht fest. Muss unser Kurator noch festlegen. Bin auch erstmal Richtung Osten (Krakov) unterwegs. Mehr davon demnächst.

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