Venedig

Venedig ist auf dem besten Weg zum globalen Freizeitpark. Die Wohnbevölkerung weicht zurück, die Touristen, insbesondere die aus den Kreuzfahrtschiffen, übernehmen die Herrschaft in den engen Gassen Venedigs und machen aus der einst mächtigen Lagunenstadt einen Freizeitpark. Wo früher Bäcker, Metzger und Handwerker ihre Leistungen anboten, befinden sich heute Cafés und Restaurants, Souvenierläden und Hotels. Wohnungen wandeln sich zu Ferienappartements, die Jungen ziehen weg aus der Stadt. In den Straßen und Gassen entsteht eine eigenartige Mischung aus einerseits flanierenden Touristen, für welche die historischen Paläste oft nur hübsches Beiwerk auf den zahllosen Selfis sind. Anderseits sind da die vielen notwendigen Helfer der Tourismusindustrie, die Gondoliere, Kellner und Schiffer, die wirklich alles per Boot in die Stadt rein und wieder raus bringen müssen.
So problematisch sich der Tourismus für die Stadt auch auswirkt, so macht er Venedig doch zu einem bunten Schauplatz aus manchmal genervten, aber stolzen Einheimischen, begnadeten Selbstdarstellern und interessanten Menschen aus aller Welt.

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