Athen

Wenn man Griechen auf dem Festland erzählt, man verbringe noch fünf Tage in Athen, dann erntet man ungläubiges Kopfschütteln. Athen? Da kann man sich bestenfalls die Akropolis ansehen oder an die Badestrände vor der Stadt fahren, aber niemals mehrere Tage verbringen. Wir haben es ausprobiert. Zugegeben, es wirkt wie eine Mischung aus Dritter und erster Welt. Auf der einen Seite privater Reichtum hinter hohen Mauern und Zäunen in prachtvoll blühenden Gärten, auf der anderen Seite vernachlässigter öffentlicher Raum, angefangene Betonskelette oder dem Verfall preisgegebene Gebäude aus der vorletzten Jahrhundertwende.

Und doch: man trifft auf lebhafte Märkte mit frischen Gemüsen, Fisch und Fleisch, allerlei Trödel, der auf eine neue Bestimmung wartet und dem Besucher gegenüber sehr aufgeschlossene Athener, welche den ganzen Tag über die unzähligen Cafés bevölkern. Allerdings kann man hier auch eine Stadt im Verkehrschaos studieren, gerade mal drei U-Bahn-Linien für vier Millionen Einwohner und eine Smogbelastung, die man besser im Hochsommer nicht austestet. Ja, man kann mehrere Tage gut verbringen, sich Zeit lassen für die hervorragenden Museen mit ihren weltweit einmaligen Schätzen, inzwischen die Cafés ausprobieren und dem Treiben einfach zusehen.

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