Mir sind die Bilder von Kapuzenmännern aus den amerikanischen Südstaaten im Kopf, wie sie einer weißen Rassenideologie zur Durchsetzung verhelfen wollen, indem sie Schwarze drangsalieren und martialische Feuerriten pflegen. So vorgeprägt, fällt es schwer, den katholischen Prozessionen zur spanischen Semana Santa etwas Positives abzugewinnen. Auch hier treten Kapuzenmänner und -frauen auf, genannt Nazarenos. Sie sammeln sich in der Kirche und ziehen vor Ostern mit markdurchdringendem Getrommel, einem getragenen Wiegeschritt und häufig sogar barfuß durch die Straßen der Städte.

Es sind Bußprozessionen bei denen teilweise lebensgroße Holzfiguren aus der Leidensgeschichte Jesu im Zug mitgeführt werden. Die besonders Bußfertigen tragen diese tonnenschweren Holzplastiken auf ihren Schultern und erhalten dann Applaus seitens der Zuschauer, da sie auf Fahrgestelle verzichten. Die laute Musik, die düsteren Verkleidungen, die Vermummung der Gesichter wirken auf mich als unbedarften Zuschauer am Straßenrand bedrohlich und schauerlich. Hier pflegt eine Religion ihre mittelalterlichen, fundamentalistischen Riten. Auffallend ist, dass der andere Teil der spanischen Gesellschaft davon kaum noch Notiz nimmt und lieber dem Fußballspiel in der Tapas-Bar beiwohnt.

Die Fotos stammen aus 2017.

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