Petticoat, Nierentisch und Co.


In den 50er und 60er Jahren des letzten Jahrhunderts fand nicht nur in der Mode, der Innenausstattung und der Musik eine deutliche Abkehr vom der Kultur der Kriegs- und Vorkriegszeit statt, sondern auch in der Architektur. Waren die Gebäude der 30er Jahre noch von Schwere und Machtdemonstration geprägt, so wollte man nach Kriegsende das Licht hereinlassen, Transparenz und Leichtigkeit demonstrieren. Die junge demokratische Republik war auf der Suche nach einer Entsprechung im Bauen.

Den strengen geometrischen Formen setzten die Architekten beim Wiederaufbau der Städte konkave und konvexe Linien entgegen, geschwungene Dächer, schlanke Säulen welche die Vertikalität betonten, verglaste Sockelgeschosse, weitauskragende Vordächer. Mit den wenigen Mitteln der Nachkriegszeit wurden einzigartige Gebäude erschaffen.

Auf einem Spaziergang entlang des Innenstadtrings vom Sendlinger Tor bis zum Oskar von Miller Ring in München kann man noch Zeugen dieses leichten und offenen Bauens sehen. Bleibt die Hoffnung, dass viele dieser Zeugnisse der Nachkriegsmoderne in München die entsprechende Wertschätzung finden und gleichermaßen bewahrt werden wie Zwiebeltürme, Jugendstil und Historismus.

3 Gedanken zu “Petticoat, Nierentisch und Co.

  1. Lieber Jürgen- da wurde ja wieder ein toller Beitrag aus unserem Spaziergang. Chapeau. Gruß Sigi

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