Perlen der Eisenarchitektur


Wer nach Paris fährt, um Sehenswürdigkeiten anzusehen, denkt sofort an den Eiffel-Turm. Doch so exponiert der 300 Meter hohe Turm aus Eisen das Stadtbild prägt, er ist nicht das einzige Zeugnis der Bauingenieurkunst des 19. Jahrhunderts in Paris. Wir machten uns auf den Weg, um auch andere – weniger prominente – Zeugnisse dieser Baukunst in Paris anzusehen.

Die Entwicklung der Warenhäuser beispielsweise ist ohne die mit der industriellen Revolution des 19. Jahrhunderts entstandenen Eisenarchitektur nicht denkbar. Sie ermöglichte es, riesige frei tragende Dachkonstruktionen herzustellen. Davon zeugt noch heute eine Warenhaus-Perle in Paris: das 2021 nach Renovierung wiedereröffnete La Samaritaine (erbaut 1869). Auch in den Stadtteilen sind zahlreiche ehemalige Markthallen aus Gusseisen oder Stahlskeletbau zu sehen, wie Le Carreau de Temple (erbaut 1863), heute Kulturzentrum im Stadtteil Marais.

Ob Seine-Brücken (wie die Pont Rouelle, erbaut 1900), Bahnhöfe, ja sogar Kirchen (wie die Eglise Saint-Jean de Montmartre, eröffnet 1904) – alle denkbaren Anwendungsmöglichkeiten dieser Bauweise der industriellen Revolution lassen sich heute noch in Paris erforschen. Und ganz nebenbei kann man dabei gemütlich Shoppen und gut Essen (z.B. im La Samaritaine) oder gar Kunst geniessen: die weltweit größte Sammlung der Impressionisten findet man im Musée d’Orsay, einem ehemaligen Bahnhof, erbaut 1900. Und ein weiterer Leckerbissen für Fotografen wartet auf eine Ablichtung: die Brücke der Metrolinie Nr. 6 über die Seine bei Bir Hakem mit ihren eleganten Eisenpfeilern.

(Hier gibt es weitere Beiträge zu Paris )

6 Gedanken zu “Perlen der Eisenarchitektur

    1. Vieles ist bei uns im Krieg zerstört worden. Manche übrig gebliebene Teile wurden nach dem Abriß eingelagert, wie z.B. die Schrannenhalle in München, die inzwischen wieder aufgebaut und mit Leben / Geschäft gefüllt wurde.

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      1. Bei uns in Tübingen wurde vor wenigen Jahren die Blaue Brücke entfernt. Sie musste einem Neubau weichen, Heute erinnert nur noch eine Skulptur an diese alte Ingenieurskunst.

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      2. Ja, da haben die Franzosen mehr Geschichtsbewußtsein. Die von mir fotografierte Pont Rouelle sollte wohl auch das „Tübinger Schicksal“ ereilen, da es keine Verwendung mehr gab und die Sanierung solcher Denkmäler aus der Industrialisierung teuer ist. Dann hat man eben etwas zugewartet und inzwischen fahren wieder Züge auf einer Regionallinie. Was ausgeschlossen war: der Abriß.

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