Imagewandel


Viele versuchen es, manchen gelingt es: der Wandel einer Stadt von ihrem Industrieimage zu Wissenschaft, Dienstleistung und Kultur. Ein bekanntes Beispiel ist Bilbao in Spanien und ein weniger bekanntes ist Linz in Österreich. Wichtig ist dabei wohl, auch das äußere Erscheinungsbild zu verändern. Wie Bilbao zieht die ehemalige Stahlstadt Linz durch spektakuläre Museumsbauten und deren Ausstellungen, durch ein neues Musiktheater und Opernhaus, durch das Mural Harbour und durch ein vielfältiges Festival- und Musikleben nicht nur Touristen sondern auch eine neue Einwohnerschaft an.

Gut finde ich, dass Linz sich aktuell auch mit den Folgen von Rassismus, Hass und Gewaltherrschaft im aktuellen Ausstellungsprogramm auseinandersetzt. So finden derzeit zwei sehr bewegende Ausstellungen im Lentos-Kunstmuseum statt. Es werden die Arbeiten zweier Künstlerinnen gezeigt, die beide in den Vernichtungslagern der Nazis umgebracht wurden. Friedl Dicker-Brandeis wirkte nach ihrer Deportation als Pädagogin in Theresienstadt, wo sie mit den verschleppten Kindern malte, bevor sie in Auschwitz getötet wurde. Die Kinderbilder sind einfach erschütternd. Die zweite Ausstellung ist der Künstlerin Ida Maly gewidmet mit Portraits im Stil der Neuen Sachlichkeit. Maly wurde schließlich in die Psychiatrie eingewiesen und zusammen mit anderen Insassen im Schloß Hartheim nahe Linz ein Opfer der NS-Euthanasie.

(Hier geht es zum Beitrag über den Binnenhafen von Linz mit seiner Graffiti-Kunst: Mural Harbour )

6 Gedanken zu “Imagewandel

    1. Hallo Horst, vielen Dank für deinen anerkennenden Kommentar. Da sich die Innenstädte immer mehr angleichen, finde ich es besonders spannend in der Nacht unterwegs zu sein und die Lichter einzufangen. In dieser Hinsicht haben die Verantwortlichen in Linz viel getan. LG Jürgen

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  1. Hallo Jürgen, es kann sein, dass ich in den nächsten Wochen nach Linz komme. Hast Du über Deine beiden tollen Beiträge hinaus noch weitere Fototipps zu dieser prächtigen Stadt?
    Liebe Grüße Horst

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    1. Hier ein paar Tipps:
      – das „ars electronica“ lohnt nur mit Führung, sonst stehst du vor den Apparaten (z.B. Orchesterflügel) und verstehst nicht richtig, was abläuft
      – mit der Linz-Card für Touristen kannst du kostenlos in die Museen und mit der Tram fahren, gibt es für 1-3 Tage; lohnt ab 2 Museumsbesuchen
      – schau dir mal das aktuelle Musikprogramm an, ein Konzertbesuch lohnt sich
      – Hotel würde ich direkt in der Altstadt nehmen, dann kannst du das Auto stehen lassen und jederzeit zu Fuß durch die Stadt bummeln und für Pausen wieder zurückkommen (wir waren z.B. im Schwarzen Bär), es ist alles fußläufig erreichbar
      – es gibt viele kleine Bars und Kneipen in der Altstadt, einfach selbst ausprobieren, v.a. die österreichische Küche.
      LG Jürgen

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